Thrombose/Schlaganfall

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Ärzte Zeitung online, 10.10.2013

Nach Schlaganfall

Neuer Biomarker für die Prognose entdeckt

Österreichische Forscher haben den Biomarker Plasma NGAL (Neutrophiles Gelatinase-assoziiertes Lipocalin) entdeckt, mit dem sich Therapieerfolg nach Apoplexie voraussagen lässt: Je höher der Level nach ischämischem Schlaganfall, desto schlechter die Prognose.

WIEN. Österreichische Forscher haben einen Biomarker identifiziert, der den Behandlungserfolg bei Apoplexie voraussagen lässt.

Konkret geht es um die Prognose, ob sich die funktionellen Ergebnisse der Betroffenen durch die Therapie gut oder weniger gut verbessern lassen.

Die Studie zum neuen Biomarker Plasma NGAL (Neutrophiles Gelatinase-assoziiertes Lipocalin) wurde beim 21. Weltkongress für Neurologie (WCN) in Wien vorgestellt.

"Schon eine ganze Reihe an zirkulierenden Entzündungs-Reaktanten sind als Biomarker bei ischämischem Schlaganfall identifiziert worden, aber noch keine Studie konnte bislang den zusätzlichen Nutzen nachweisen, den zirkulierende entzündungsassoziierte Proteine als mögliche Prognose-Instrumente haben. Den konnte unser Team jetzt zeigen", wird Privatdozent Dr. Thomas Seifert-Held von der Medizinischen Universität Graz in einer Mitteilung zum Kongress zitiert.

Daten von 46 Patienten analysiert

Für die Studie wurde das Plasmalevel von NGAL bei 46 Patienten gemessen, die eine Woche zuvor einen Schlaganfall erlitten hatten.

90 Tage danach wurden die Proteinlevels erneut untersucht und dabei in Beziehung gesetzt mit möglichen Infektionen nach der Erkrankung sowie mit den Ergebnissen der modifizierten Rankin-Skala (mRS).

Die mRS ist eine standardisierte Maßzahl, die das Ausmaß der Behinderung nach einem Schlaganfall beschreibt - je höher die Zahl, desto höher die funktionelle Beeinträchtigung eines Menschen, etwa durch Lähmungen, Gesichtsfeldverlust oder Sprachstörungen.

Je höher das Level zirkulierender Proteine eine Woche nach dem Schlaganfall ist, so die Studienergebnisse, desto höher sei auch der mRS-Wert drei Monate danach und desto schlechter stünden die Chancen der Patienten, nach Hirninfarkt wieder so leben zu können wie bisher, heißt es in der Mitteilung.

"Ein erhöhtes Vorkommen an zirkulierendem NGAL ist dabei mit dem Auftreten von Schlaganfall-assoziierten Infektionen verbunden", so Seifert-Held.

"Unsere Ergebnisse unterstützen die mögliche prognostische Bedeutung von Biomarkern, für die es immer mehr Hinweise gibt, weiter. Jetzt muss es in weiteren Untersuchungen darum gehen, den Biomarker mit der höchsten Sensitivität und Spezifität zu identifizieren." (eb)

Quelle: WCN Abstract Pekar et al, Plasma neutrophil Gelatinase-associated lipocalin and functional outcome in ischemic stroke (Journal of the Neurological Sciences, Volume 333, Supplement 1 , Page e171, 15 October 2013)

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