Ärzte Zeitung, 04.03.2004

Schwerkranke brauchen Thrombose-Prävention

Bettlägerige Patienten mit internistischen Erkrankungen profitieren von Fondaparinux / Daten der ARTEMIS-Studie

HAMBURG (ner). Bei bettlägerigen Patienten mit internistischen Erkrankungen sei die Thromboembolie-Prophylaxe trotz des hohen Risikos noch keine Selbstverständlichkeit, kritisieren Hämostasiologen. Dabei könne die Thromboserate solcher Patienten mit dem synthetischen Pentasaccharid Fondaparinux binnen eines Monats von zehn auf fünf Prozent gesenkt werden.

Das hat die ARTEMIS-Studie (Arixtra in Thromboembolism Prevention in a Medical Indications Study) mit 849 Patienten ergeben, wie Privatdozent Dr. Rupert Bauersachs vom Klinikum Darmstadt berichtet hat. Die Teilnehmer der Studie hatten eine schwere Herzinsuffizienz, entzündliche Erkrankungen oder eine COPD und mußten mindestens vier Tage lang Bettruhe halten.

Sie wurden im Mittel zehn Tage lang einmal täglich mit 2,5 mg Fondaparinux (Arixtra®) oder Placebo behandelt, so Bauersachs beim Jahreskongreß der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH) in Hamburg. Nach Abschluß der Therapie wurden die Patienten phlebographisch untersucht und ein Monat später erneut klinisch untersucht.

Außer einer halbierten Thromboserate sei eine tendenziell niedrigere Sterberate in der Verum-Gruppe (drei Prozent) im Vergleich zur Placebo-Gruppe (sechs Prozent) registriert worden, sagte Bauersachs bei einer Veranstaltung des Unternehmens Sanofi-Synthélabo.

Fondaparinux ist bisher zur Thromboembolie-Prophylaxe nach großen orthopädischen Operationen zugelassen. Der Hersteller strebt zudem eine Zulassung für die Therapie nach allgemeinchirurgischen Eingriffen an. In der entsprechenden Zulassungsstudie habe sich das Pentasaccharid als mindestens ebenso effektiv wie Dalteparin erwiesen, hieß es bei der Veranstaltung.

Noch in diesem Jahr wird zudem die Zulassung des Mittels zur Therapie bei Lungenembolie und tiefer Venenthrombose erwartet. Dazu werden einmal täglich 7,5 mg des Medikaments verabreicht. Nach Angaben von Bauersachs sind auch mehrere große Studien zur Anwendung des Faktor-Xa-Antagonisten bei akutem Koronarsyndrom gestartet worden.

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