Ärzte Zeitung, 20.05.2008

Rivaroxaban bald für weitere Indikationen?

BERLIN (gvg). Die guten Resultate für den oralen Faktor-Xa-Hemmer Rivaroxaban in der Thromboseprophylaxe nach Prothesen-Operationen lassen sich vermutlich auch auf andere Indikationen übertragen. Diese Auffassung haben Experten auf dem Chirurgen-Kongress in Berlin vertreten.

In der prophylaktischen Therapie mit Rivaroxaban bei Patienten nach Hüft- und Kniegelenksendoprothetik war die Rate an tiefen Venenthrombosen, Lungenembolien und tödlichen Komplikationen in mehreren Studien signifikant geringer als bei Behandlung mit subkutan appliziertem niedermolekularem Heparin.

"Für mich haben diese Daten Modellcharakter, und ich halte sie auch auf andere Indikationen für übertragbar", betonte Professor Peter Kujath aus Lübeck. So sehe er keinen Grund, warum nicht Patienten nach abdominalchirurgischen Eingriffen ähnlich von dem oralen Faktor-Xa-Hemmstoff profitieren sollten. Die Zulassung für den Wirkstoff sei derzeit jedoch lediglich für Patienten nach Endoprothetik an Knie und Hüfte eingereicht.

Allerdings laufen bereits mehrere Studien, die die Indikationen für Rivaroxaban ausweiten sollen. Dr. Hans-Martin Fritsche aus Garmisch-Partenkirchen berichtete auf der von Bayer Vital unterstützten Veranstaltung etwa von Studien zur Prophylaxe von tiefen Venenthrombosen bei internistischen Patienten. Die neue Substanz wird außerdem zur Sekundärprävention nach akutem Koronarsyndrom sowie zur Schlaganfallprävention bei Patienten mit Vorhofflimmern getestet.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »