Ärzte Zeitung, 22.07.2009

Viel trinken und Bewegungsübungen zum Thromboseschutz bei Langstreckenflügen

Mehrere Risikofaktoren erhöhen die Thrombosegefahr bei Langstreckenflügen. Prävention ist ratsam.

Von Privatdozent Tomas Jelinek

Reisethrombosen ("Economy Class Syndrome") entwickeln sich aufgrund venöser Stase in den Unterschenkelvenen durch langes, unbewegtes Sitzen mit abgewinkelten Beinen. Langstreckenflüge von über sechs Stunden Dauer sind mit einem erhöhten Thrombose-Risiko assoziiert, wobei anhand bisher vorliegender Studien keine Aussagen zu Unterschieden zwischen den Sitzklassen getroffen werden konnten.

Außer der Flugdauer ist ein weiterer Risikofaktor Dehydratation durch trockene Flugzeug-Kabinenluft und durch Alkohol-Konsum während des Fluges. Am stärksten erhöhen allerdings individuelle, angeborene oder erworbene Risikofaktoren die Thrombosegefahr. Generell sollte allen Reisenden auf Langstreckenflügen empfohlen werden, ausreichend zu trinken (100 bis 150 ml pro Stunde) sowie regelmäßige Bewegungsübungen der Füße und Beine am Platz zu machen oder umherzugehen. Zu einer mittelgradigen Erhöhung des Thromboserisikos führen unter anderem Varizen, Einnahme von Ovulationshemmern, Hormonbehandlung, Schwangerschaft und Wochenbett, Verletzungen der unteren Extremität in den vergangenen sechs Wochen sowie ein Alter über 40 Jahre.

Hier ist zusätzlich zu den Allgemeinmaßnahmen das Tragen von Kompressionsstrümpfen der Klasse I zu empfehlen. Da Thrombosen am ehesten in den Muskelvenen der Unterschenkelmuskulatur auftreten, reichen Stütz-Kniestrümpfe in der Regel aus.

Bei hohem Thromboserisiko wie Thrombophilie, Thromboembolie in der Eigen- oder Familienanamnese, maligner Erkrankung, Zustand nach Apoplex oder größerer Operation in den vergangenen sechs Wochen sollte zusätzlich die Gabe eines niedermolekularen Heparins zwei Stunden vor Flugantritt in Erwägung gezogen werden.

Weitere Informationen zur Reisemedizin gibt es im Internet unter der Adresse: www.crm.de

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