Ärzte Zeitung, 10.01.2006

Laser mit 1064 Nanometern verödet Besenreiser

Neodym-Yttrium-Aluminium-Granat-Laser dringt tiefer ins Gewebe ein als ein Argonlaser / Plus bei blauen und rotblauen Besenreisern

LANDAU (sko). Ob blau, ob rot, ob groß oder klein - Besenreiser, die besonders Frauen oft als störend empfinden, lassen sich meist gut per Laser entfernen - und zwar mit dem Neodym-Yttrium-Aluminium-Granat-Laser (ND:YAG-Laser). Denn seine Wellenlänge von 1064 nm verleiht ihm für die Therapie sehr nützliche Eigenschaften.

Mit einem ND:YAG-Laser werden Besenreiser bis zu einem Durchmesser von vier Millimetern verödet. Foto: Polymed

Die Laserbehandlung von Gefäßen funktioniert nach dem Prinzip der selektiven Photothermolyse. Das bedeutet: Energiereiches Licht wird absorbiert, die frei werdende Wärme führt zu einer thermischen Zerstörung des Gewebes.

Der Trick dabei ist, Licht mit einer bestimmten Wellenlänge zu verwenden, da unterschiedliche Moleküle ganz spezifisch bestimmte Wellenlängen absorbieren und dementsprechend auch nur dort die Wärme entsteht. Oxyhämoglobin - also die oxygenierte, sauerstoffreiche Form des Hämoglobins - absorbiert am besten Licht mit den Wellenlängen 410, 524 oder 577 nm und schwächer auch mit 980 nm.

Doch die Wellenlänge ist bei der Behandlung von Hautgefäßen nicht alles. "In den letzten fünf Jahren hat sich die Wellenlänge 1064 nm und damit der ND:YAG-Laser in der Behandlung kleiner blauer und rotblauer Besenreiser zunehmend durchgesetzt", berichtete Dr. Klaus Fritz vom Hautärzte- und Laserzentrum Landau (Haut 6, 2005, 253).

Licht mit dieser Wellenlänge dringt tiefer ins Gewebe ein als etwa der Argonlaser, der mit Wellenlängen von 488 und 514 nm dem Absorptionsmaximum des Oxyhämoglobins viel näher kommt. Mit dem ND:YAG-Laser können auch tiefe blaue Besenreiser erreicht und verödet werden. Außerdem wird Licht mit 1064 nm nicht nur vom Oxyhämoglobin, sondern auch vom Hämoglobin absorbiert, was die Therapie noch effektiver macht.

Der Erfolg des ND:YAG-Lasers konnte in Studien belegt werden, so Fritz. So verbesserte sich das Erscheinungsbild in einer Vergleichsstudie mit dem Laser bei 67 Prozent der behandelten Gefäße, 54 Prozent waren es dagegen mit einer Sklerotherapie, bei der ein venenschädigendes Medikament in das Gefäß gespritzt wird.

In einer anderen Untersuchung mit 21 Patienten verbesserte sich das Bild mit der Lasertherapie bei praktisch allen blauen Besenreiser, bei etwa 60 Prozent der gemischten blau-roten Gefäßen und bei 50 Prozent der roten Besenreiser.

Alle Gefäße mit einem Durchmesser von 2,1 bis 4 mm ließen sich durch die Lasertherapie beseitigen. Bei Gefäßen mit 1,1 bis 2 mm Durchmesser waren es 83 Prozent, bei ganz kleinen Gefäßen 58 Prozent.

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