Ärzte Zeitung online, 12.08.2010

Zwei Blutproben klären bei Frauen Ursache von Krampfadern

BOCHUM (eb). Mit einem einfachen Test kann die Ursache von rezidivierenden Krampfadern bei Frauen festgestellt werden. Dazu reicht eine Blutentnahme aus einer Krampfader und einer Armvene. Ein Vergleich der Östrogenspiegel in beiden Blutproben liefert dann die Diagnose.

Zwei Blutproben klären bei Frauen Ursache von Krampfadern

Ein Pieks am Arm, ein Pieks am Bein - zwei Blutproben reichen, um eine wichtige Ursache von rezidivierenden Krampfadern bei Frauen zu klären.

© Andrzej Tokarski / fotolia.com

Wenn bei Frauen Krampfadern trotz Operationen immer wieder kommen, kann das an einer pelvinen Insuffizienz liegen. In diesem Fall nimmt das Blut im Körper einen besonderen Weg über das kleine Becken. Die Diagnose bei solchen Krampfadern ist bisher aufwändig und teuer. Bislang wurde dazu oft eine Kontrastmittel-Untersuchung über einen Katheter in der Leistenvene nötig.

Dass es auch einfacher geht, haben Ärzte der Universität Bochum um Professor Achim Mumme gezeigt. Da das Blut bei der pelvinen Insuffizienz einen Umweg über die Eierstöcke nimmt, enthält es wesentlich mehr Östrogen als das Blut anderer Venen (European Journal for Vascular and Endovascular Surgery 40, Ausgabe 1, 117-121).

"Wir nutzen jetzt einen ganz einfachen Trick", so Mumme in einer Mitteilung der Universität. Da das Blut bei der pelvinen Insuffizienz zuerst durch die Ovarialvene fließt, bevor es in den Beinen versackt, nimmt es unterwegs viel Östrogen aus den Eierstöcken mit. Normalerweise würde dieses Blut über die Nieren zurück zum Herzen fließen und sich dort wieder mit anderem Blut vermischen, so dass der Hormonspiegel in Armen und Beinen gleich ist.

Fließt das venöse Blut aber vom Becken in die Beine, steigt dort der Hormonspiegel deutlich an. Ein Vergleich der beiden Hormonspiegel im Blut aus einer Armvene und einer Krampfader kann deswegen den Verdacht auf pelvine Insuffizienz erhärten. "Dann kann man immer noch kompliziertere Untersuchungen machen und die betroffenen Venen dabei auch gleich veröden", so Mumme. "Der Test ist einfach und kostengünstig und kann vielen Patientinnen die teure und belastende Kontrastmittelröntgenuntersuchung ersparen."

Abstract der Studie "Oestradiol Levels in Varicose Vein Blood of Patients with and without Pelvic Vein Incompetence (PVI): Diagnostic Implications"

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