Ärzte Zeitung online, 24.04.2009

Schwerhörigkeit bei Kindern steigt dramatisch

HAMBURG (dpa). Die Zahl schwerhöriger Kinder und Jugendlicher in Deutschland hat dramatisch zugenommen. Im vergangenen Jahr wurde 580 bei der Krankenkasse DAK versicherten Patienten unter 18 Jahren ein Hörgerät verschrieben. Das sei im Vergleich zu 2005 ein Anstieg um 38 Prozent, teilte die DAK am Freitag in Hamburg mit.

Fast jeder vierte Jugendliche in Deutschland habe inzwischen einen nicht heilbaren Hörschaden. "In Zukunft werden immer mehr Kinder und Jugendliche unter einer bleibenden Hörschädigung leiden", sagte der Ohrenarzt und DAK-Experte Gernot Hermanussen zum Tag des Lärms am 29. April. Viele junge Menschen wüssten nicht, dass ein geschädigtes Hörvermögen nicht heilbar ist.

Als Hauptursache für Schwerhörigkeit bei jungen Menschen gilt zu laute Musik bei Disco-Besuchen, Pop-Konzerten und die Dauerbeschallung über Mini-Kopfhörer. Besonders tückisch sei, dass Musiktöne angenehmer wahrgenommen werden als Baustellen- oder Verkehrslärm. "Wer jahrelang Musik mit Schalldruckpegeln über 100 Dezibel hört, schädigt die feinen Haarzellen im Innenohr so stark, dass am Ende eine bleibende Hörschädigung daraus wird", sagte Hermanussen.

Die DAK wies auch die Notwendigkeit eines gesunden Gehörs für verschiedene Berufe hin, zum Beispiel Lehrer, Kraftfahrzeug- Mechaniker oder Pilot. Jugendliche mit einem Hörschaden könnten bereits an der medizinischen Eignungsuntersuchung scheitern. Die DAK rät Eltern daher, mit ihren Kindern über gehörschädigenden Lärm und Schutzmöglichkeiten zu reden.

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