Ärzte Zeitung online, 28.04.2009

Behörde: In Deutschland ist es zu laut

BERLIN (dpa). In Deutschland ist es zu laut. Die Belastung mit Lärm sei zu hoch, teilte das Umweltbundesamt (UBA) am Dienstag in Berlin mit. Anlass war der internationale "Tag gegen Lärm" an diesem Mittwoch. Etwa 13 Millionen Deutsche seien mit Geräuschpegeln belastet, die Gesundheitsrisiken und Schlafstörungen verursachten.

Als größte Störung werde bei Umfragen Straßenverkehrslärm angesehen. "Leider herrscht in einigen Städten und Gemeinden noch zu viel Ruhe um den Lärm", sagte UBA-Präsident Professor Andreas Troge.

Die Deutsche Gesellschaft für Akustik wies darauf hin, dass eine bessere Akustik in Schulen die Lehr- und Lernleistungen steigern könne: "Hauptursache für den Lärm in Schulen sind zu hallige Unterrichts- und Aufenthaltsräume, Sportstätten und Verkehrsflächen."

Der Verkehrsclub Deutschland forderte von der EU eine Reifenkennzeichnung, die den Verbrauchern den Kauf leiser Reifen ermöglichen soll. Zwar kennzeichne in Deutschland der "Blaue Engel" Reifen, die besonders lärmarm seien. Allerdings nutze bisher nur ein einziger Reifenhersteller dieses (...) Siegel.

Nach Angaben der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft hat fast die Hälfte aller anerkannten Berufskrankheiten Hörschäden als Ursache. Allein 2007 habe die BG BAU über 19 Millionen Euro für 6500 Lärmgeschädigte gezahlt. "Für die kommenden Jahre droht die Gefahr, dass sich die Lage zuspitzt." So hätten nach einer Studie des Bayerischen Gesundheitsministeriums fast 40 Prozent der bayerischen Jugendlichen kein intaktes Gehör mehr. Grund sei vor allem zu lauter Musikkonsum.

Der internationale Aktionstag gegen Lärm wird seit 1996 begangen. In Deutschland findet er zum zwölften Mal statt und wird von der Deutschen Gesellschaft für Akustik an jährlich wechselnden Terminen im April organisiert. 2009 stehen Bau-, Gewerbe- und Freizeitlärm im Mittelpunkt.

www.tag-gegen-laerm.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »