Ärzte Zeitung online, 19.06.2009

Nach Nasenpolypen-Op ist Rezidivprophylaxe wichtig

Sekretolyse und regelmäßige Kontrollen empfohlen

HAMBURG (stü). Pro Jahr wird in Deutschland etwa 250 000 Mal die Diagnose Polyposis nasi gestellt. Wenn die gutartigen Wucherungen trotz medikamentöser Therapie Beschwerden machen, sollte operiert werden. Polypen, die sich in Folge neu bilden, können schonend mit einem Laser entfernt werden.

Nach Nasenpolypen-Op ist Rezidivprophylaxe wichtig

Regelmäßige Kontrollen nach Nasenpolypen-Op sind wichtig für die Rezidivprophylaxe.

Foto: ISO K° - photography©www.fotolia.de

Dr. Thorsten Zehlicke aus Hamburg rät, bei Nasenpolypen zunächst eine konservative Therapie zu versuchen, und zwar mit topischen Kortikoiden, abschwellenden Nasentropfen und einer Sekretolyse mit Myrtol standardisiert (Gelomyrtol® forte). Die Sekretolyse sei wichtig, um pathologischen Schleim zu verflüssigen, damit er abtransportiert werden kann. Klingen die Beschwerden trotzdem binnen vier bis sechs Wochen nicht ab, sollten die Polypen in der Regel in einer endonasalen Nebenhöhlen- Operation entfernt werden, so der HNO-Arzt auf einer Veranstaltung von Pohl Boskamp. Dabei werden die Ostien chirurgisch eröffnet. Erst danach können die Nasennebenhöhlen mit dem Endoskop erreicht und die Polypen sowie pathologische Schleimhaut abgetragen werden.

Entscheidend nach dem Eingriff ist eine sorgfältige Rezidivprophylaxe. Zentraler Bestandteil ist auch hier die Sekretolyse mit Myrtol standardisiert. Anfangs nimmt Zehlicke zudem alle drei Monate eine endoskopische Kontrolle vor. Sind Polypen nachgewachsen oder treten Schleimhaut-Verwachsungen auf, können diese frühzeitig entdeckt und mit dem Diodenlaser schonend ambulant entfernt werden.

Ohne regelmäßige Kontrollen besteht die Gefahr, dass die Nebenhöhlen binnen weniger Jahre wieder zuwachsen und erneut operiert werden muss. "Bei jeder Op wird mehr Knochen entfernt. Der Chirurg hat daher immer weniger Punkte, an denen er sich beim Schneiden orientieren kann", so Zehlicke. Bei solchen wiederholten Eingriffen ist daher die Rate an Komplikationen erhöht, wie Verletzungen des Gesichts- oder des Sehnervs oder die Eröffnung der Augenhöhle oder der Schädelbasis.

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