Sonntag, 12. Februar 2012
Ärzte Zeitung online, 24.02.2010

Uniklinik veröffentlicht Trainings-CD für Träger von Cochlea-Implantaten

HEIDELBERG (eb). Das Hören mit einem Cochlea-Implantat (CI) unterscheidet sich stark vom natürlichen Gehör. Träger der elektrischen Hörprothese müssen daher das Hören und Verstehen erst wieder erlernen.

Zur Unterstützung der Rehabilitation und für das eigenständige Üben zu Hause hat die Heidelberger Universitäts-Hals-Nasen-Ohrenklinik jetzt zusammen mit der Firma MED-EL eine CI-Trainings-CD herausgegeben: Das Übungsprogramm wird von geübten Sprechern in verschiedenen Schwierigkeitsgraden vorgetragen und ist speziell auf die Bedürfnisse von CI-Trägern zugeschnitten.

Mit einem Cochlea-Implantat können heute selbst hochgradig schwerhörige oder ertaubte Menschen wieder hören: Ein Sprachprozessor, der hinter dem Ohr getragen wird, wandelt die Schallwellen in elektrische Signale um und übermittelt sie drahtlos an einen implantierten Empfänger, der den Hörnerv in der Hörschnecke (Cochlea) elektrisch stimuliert. Diese Signale sind dem Gehirn zunächst noch fremd und es muss erst lernen, sie bestimmten Klängen oder Wörtern zuzuordnen sowie störende Geräusche herauszufiltern.

Die Heidelberger-CI-Trainings-CD eignet sich für alle CI-Träger, die im Rahmen der stationären oder ambulanten Therapie in einer Fachklinik ein erstes Hören und Verstehen erreicht haben. Sie wird auf dem ersten Heidelberger "Tag des Hörens" am 3. März 2010 offiziell vorgestellt.

Therapeutische Einrichtungen und Selbsthilfegruppen können die CD kostenlos bei Sascha Roder: E-Mail sascha.roder@med.uni-heidelberg.de anfordern.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Heidelberger Hals-Nasen-Ohren-Klinik

| Share

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Neue Ära in der Schlaganfall-Therapie?

Ein neuartiges Therapieverfahren weckt große Hoffnungen bei der Behandlung von akutem Schlaganfall. Jetzt hat es sich in Studien und auch in der Praxis bewährt. Experten jubeln: Die neue Methode wird die Schlaganfall-Therapie grundsätzlich verändern! mehr »

112 - Heute ist Europäischer Notruf-Tag

Nur etwa jeder vierte Europäer kennt die EU-weite Notrufnummer 112. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die EU-Kommission in Brüssel anlässlich des Europäischen Notruf-Tags vorgestellt hat. Die Notrufnummer 112 ist rund um die Uhr und kostenfrei in Europa erreichbar. mehr »

Streit um frühe Nutzenbewertung eskaliert

Der Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) scharf kritisiert. Das Institut missachte Standards der evidenzbasierten Medizin. Das IQWIG kontert: Die Vorwürfe sind unsachlich. mehr »