Ärzte Zeitung online, 02.06.2010

Logopäden fordern mehr Mitbestimmung

HANNOVER (dpa). Wenn das eigene Kind in der Sprache nicht auf dem gleichen Stand ist wie andere, machen sich Eltern oft Sorgen. Doch statt mit dem Kind direkt zum Logopäden zu gehen, ist erst ein Besuch beim Arzt nötig. Der stellt gegebenenfalls eine Überweisung aus. Das ist ein Punkt, den der Deutsche Bundesverband für Logopädie (dbl) gerne ändern würde.

"Im Schnitt werden Kinder im Alter von sechs Jahren behandelt, die viel früher hätten therapiert werden müssen", sagte dbl-Präsidentin Monika Rausch am Mittwoch.

In ihrer Ausbildung würden die Logopäden die Feststellung von Befunden lernen. "Wieso sollte eine solche Ressource nicht genutzt werden?", fragte Rausch. Eine bessere Zusammenarbeit mit den Ärzten sei daher erstrebenswert. "Wir wollen sicherstellen, dass Patienten ihre Leistungen bekommen", sagte Lucas Rosenthal, Geschäftsführer des dbl.

In einem anderen Punkt appelliert der dbl, an Hochschulen einen Studiengang für Logopädie einzurichten. In Nordrhein-Westfalen ist dies bereits geschehen. Zum Wintersemester hin starten in Bochum die neuen Studiengänge in Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Pflege und Hebammenkunde an der Hochschule für Gesundheit. Ziel ist es, dass Deutschland mit der akademischen Qualifizierung mit anderen Ländern gleichziehen kann.

Deutscher Bundesverband für Logopädie

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