Ärzte Zeitung online, 04.08.2011

Wasserpfeifenraucher riskieren Nasenbluten

Wer regelmäßig Wasserpfeife raucht, gefährdet seine Gesundheit in ähnlichem Maße wie wenn er Zigaretten qualmen würde. Darauf macht das Bundesinstitut für Risikobewertung aufmerksam. Es warnt vor den gesundheitlichen Schäden durch den Rauch.

Wasserpfeifenraucher riskieren Nasenbluten

Vorsicht vor dem Rauch: Viele Schadstoffe sind auch im Qualm der Wasserpfeife enthalten.

© Arkady Chubykin / fotolia.com

BERLIN (eb). Wasserpfeifen sind offenbar nicht viel gesünder als Zigaretten, wenn man sie regelmäßig raucht.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat nach eigener Auskunft in einer Studie festgestellt, dass viele Schadstoffe im Wasserpfeifenrauch enthalten sind, die von den Rauchern eingeatmet werden.

So seien Kohlenmonoxid (CO), Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und tabakspezifische Nitrosamine (TSNA) im Rauch gemessen worden, gab das BfR bekannt.

Glycerin könnte inhaliert werden

Zudem weist die Berliner Einrichtung darauf hin, dass Wasserpfeifentabak verschiedene Feuchthaltemittel enthält, wie zum Beispiel Glycerin oder 1,2-Propandiol, die während des Rauchens größtenteils verdampfen und somit in erheblichem Maße vom Raucher inhaliert werden können.

"Das Einatmen hoher Konzentrationen an Glycerin oder 1,2-Propandiol kann zu Veränderungen des Zellepithels im Kehlkopf oder zu Reizungen der Nasenschleimhaut führen", sagt Professor Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstitutes für Risikobewertung. So könne beispielsweise Nasenbluten die Folge sein.

Deutschland hat Feuchthaltemittelgehalt im Tabak begrenzt

In Deutschland ist der Feuchthaltemittelgehalt im Wasserpfeifentabak durch die Tabakverordnung auf fünf Prozent begrenzt.

In Ländern wie Jordanien, Ägypten oder der Schweiz enthalte Wasserpfeifentabak dagegen einen deutlich höheren Anteil an Feuchthaltemitteln, so das BfR.

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Andreas Hensel (40)
[15.08.2011, 19:24:54]
Dr. Horst Grünwoldt 
gesund und gesünder
Sicher ist das Inhalieren von Rauch nicht gesund. "Gesünder" als Zigarettenrauchen kann das Schischa-Rauchen gewiß nicht sein; eher noch ungesunder und für die Atemwege viel schädlicher!
Dr. H. Grünwoldt  zum Beitrag »
[15.08.2011, 15:56:43]
Dr. Horst Grünwoldt 
Wasserpfeifen-Hygiene
Das Rauchen der Schischa birgt neben der Inhalation von Glycerin und vieler toxischer Verschwelungs- und Verbrennungs-Stoffe aus dem Tabak, noch weitere gesundheitliche Gefahren.
Im Gegensatz zur Einweg- Zigarette oder Zigarre, oder der persönlichen Tabakspfeife, birgt das Rauchen der Wasserpfeife eine erhebliche latente Infektionsgefahr in öffentlichen Nargiles (orientalischen Raucherräumen).
Der in den Rauchweg eingebaute Wasserbehälter kann -wenn er nicht bei jedem neuen Raucher gründlich ausgewechselt und gereinigt wird- zur Anreicherung und Brutstätte zahlreicher Lungen- und Mundkeime, darunter auch Legionellen, werden.
Daneben dürfte der nicht ausgewechselte und nicht zu reinigende Pfeifenschlauch mit Mundstück wegen des permanenten Refluxes von Speichel ähnlich mikrobiell kontaminiert sein, wie ein Trachealtubus nach Gebrauch.
Fatalerweise ist die Inhalation dieses keimhaltigen Aerosols wegen der notwendigen Überwindung des Wasserdruckes mehrfach intensiv -und damit tief lungengängig-, als dies beim Konsum gewöhnlicher Rauchwaren "auf Backe" geschieht.
Aufgerufen sind zur laufenden Hygiene-Überwachung der öffentlichen und kommerziellen "Nargiles" (Rauchercafe´s) in unseren Großstädten die dafür zuständigen Behörden: Gesundheits- und Veterinärämter!
Nach einem solchen "Vergnügen" in Istanbul hatte ich selbst sechs Wochen lang eine schwere Bronchitis.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt (FTA für Hygiene und MIkrobiologie) aus Rostock zum Beitrag »

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