Ärzte Zeitung, 18.12.2012

Hörschäden

Viele Jugendliche gefährdet

Eine Initiative will Jugendliche für Lärmschäden durch laute Musik sensibilisieren, sodass sie sich selbst davor schützen lernen.

MÜNCHEN. Lautes und häufiges Musikhören kann schon in jungen Jahren das Gehör irreversibel schädigen.

Vor allem Hauptschüler und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien nutzen oft Geräte wie MP3-Spieler und gelten damit als Risikogruppe, - wie aus einer Studie hervorgeht.

Die Forscher der "Ohrkan"-Studie verglichen dabei den Lärmpegel mit den Regeln aus dem Arbeitsschutz. Für die Datenerhebung befragten sie von 2009 bis 2011 mehr als 2000 Schüler im Alter zwischen 13 und 19 Jahren.

21 Prozent der Jugendlichen gehörten demnach zu einer Risikogruppe, die zu laut und zu häufig Musik hörte. An der Studie war außer dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit auch die Uniklinik Regensburg beteiligt.

Dabei ging es außer den Hörgewohnheiten und der Lautstärke auch um die finanzielle Situation der Eltern, den Schultyp und die Herkunft.

Besonders gefährdet seien Jungen, Hauptschüler und sozial benachteiligte Jugendliche, wie Professor Peter Kummer von der Uni Regensburg sagte.

Mit dem interaktiven Programm "earaction" will das bayerische Gesundheitsministerium Jugendliche über Hörschäden aufklären. Im Internet (www.earaction.bayern.de) können sich Jugendliche beispielsweise anhören, wie Musik bei Altersschwerhörigkeit klingt.

Derzeit werde eine Version für Smartphones überarbeitet, sagte Gesundheitsstaatssekretärin Melanie Huml auf einer Pressekonferenz: "Wir wollen die Jugendlichen erreichen, damit die sich selbst schützen". (dpa)

[31.12.2012, 16:42:18]
Dr. Horst Grünwoldt 
Lärmschutz
In der Sylvesternacht werden wieder zahlreiche junge Deutsche aufgrund der irrsinnigen China-Böller ihren akuten Gehör- und Hirnschaden erleiden. Diese Sprengkörper , die oftmals sogar körperliche Traumen verursachen, gehören seit langem aus dem Handel gezogen.
Bio-Indikatoren für deren verheerende Wirkung sind im übrigen alljährlich wieder die verschreckten Hunde auf den Straßen und sogar in den Wohnungen!
Was die wiederholte Dauerbeschallung im öffentlichen und privaten Raum anbelangt, so müßten die Gesundheitbehörden schon seit vielen Jahren vor den gesundheitlichen Gefahren des Aufenthaltes in der Nähe der "drum-machines" in Diskotheken und auf öffentlichen Plätzen,
und deren gesundheitsgefährdender Emission von tiefen Bässen im Herzrythmus, warnen.
Deren Schalldruck wirkt bekanntlich nicht nur nervtötend im Kopf, sondern in bestimmten Frequenzen sogar direkt auf den Herzmuskel über das autonome Reizleitungssystem dieses vitalen Organs!
Damit verglichen sind die beschäftigungs-intensiven Dauer-Lärmpegel-Messungen der Umweltschützer geradezu zweitrangig in ihrer gesundheitlichen (krankmachenden) Bedeutung.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt (FTA für Hygiene), Rostock zum Beitrag »

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