Ärzte Zeitung, 24.10.2011

Fehlgeburt? Dann ab zum Ultraschall

Wenn Frauen immer wieder Fehlgeburten haben, kann das an einem Tumor in der Gebärmutter liegen. Eine Ultraschall-Untersuchung hilft weiter.

Von Beate Schumacher

Fehlgeburt? Dann ab zum Ultraschall

Bei Fehlgeburten im zweiten Schwangerschaftsdrittel wird zur Suche nach Myomen geraten.

© Peter Widmann / imago

NEU-ISENBURG. In einem britischen Behandlungszentrum für Frauen mit wiederholten Fehlgeburten wurden bei 8,2 Prozent (79/966) der Patientinnen Uterusmyome entdeckt.

Ein Drittel der Myome war submukösen Ursprungs und deformierte die Gebärmutterhöhle. Diese Myome wurden per Hysteroskopie entfernt. Bei den übrigen Myomen wurde nicht interveniert (Hum. Reprod. Advance Access 2011, online 27. September).

Risiko, das Kind zu verlieren, war im zweiten Schwangerschaftsdrittel stark erhöht

Frauen mit Myomen, die in den Uterus hineinragten (n=25), hatten vor der Überweisung in die Spezialklinik eine Abortrate von 76,7 Prozent (46/60).

Im Vergleich zu Frauen mit wiederholten Fehlgeburten unklarer Ursache und ohne Myome (n=285) war das Risiko, das Kind zu verlieren, vor allem im zweiten Schwangerschaftsdrittel stark erhöht (21,7 versus 8,0 Prozent).

Rate der Lebendgeburten stieg auf 52 Prozent

Frauen aus der ersten Gruppe waren im Mittel sechs Monate nach der Myomektomie wieder schwanger. Während dieser ersten Schwangerschaft kam es im zweiten Trimester bei keiner Patientin zu einem Abort. Dadurch stieg die Rate der Lebendgeburten von vorher 23,3 Prozent auf 52,0 Prozent.

Frauen mit Myomen, die die Gebärmutterhöhle nicht veränderten (n= 54), hatten anfangs eine Abortrate von 79,4 Prozent.

Ebenso wie bei den Frauen mit unklaren wiederholten Fehlgeburten konnte bei ihnen allein durch die spezialisierte Betreuung die Rate der Lebendgeburten auf gut 70 Prozent gesteigert werden.

Nach Myomen suchen nach Fehlgeburt im zweiten Trimenon

Die Autoren schließen daraus, dass bei Frauen mit einer Fehlgeburt im zweiten Trimenon nach Myomen gesucht werden sollte. Bei submukösen Myomen solle den Frauen die operative Entfernung nahegelegt werden.

Dagegen könnten intramurale und/oder subseröse Myome belassen werden, ohne dass dies die Erfolgsaussichten einer erneuten Schwangerschaft beeinträchtige.

Randomisierte Studie erforderlich

Diese Argumentation hat allerdings eine erhebliche Schwachstelle, wie die Autoren selbst einräumen: Für die Frauen mit submukösen Myomen gab es keine Kontrollgruppe. Es ist also unklar, ob nicht schon die intensive Betreuung zum Erhalt der Schwangerschaft beigetragen hat.

Ob die Myomektomie bei ihnen wirklich besser ist als nicht zu operieren, muss letztlich in einer randomisierten Studie geklärt werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »