Ärzte Zeitung, 02.10.2012

Fallbericht

Testosteroncreme sorgt für Haarausfall bei Ehefrau

MÜNCHEN (DE). Wer topisches Testosteron verschreibt, muss daran denken, die Partnerin des Patienten vor direktem oder indirektem Hautkontakt mit der eingecremten Stelle zu warnen.

Eine 52-jährige Amerikanerin bekam plötzlich Geheimratsecken und eine Tonsur. Im Blut der Patientin stellten die Ärzte erhöhte Testosteronwerte (146 ng/dl) fest.

Des Rätsels Lösung: Der potenzschwache Gatte hatte eine Testosteroncreme verschrieben bekommen, die er sich nach ärztlicher Anweisung auf den Oberarm auftrug.

Von dieser Stelle konnte der Wirkstoff leicht auf die Gattin übertragen werden, durch direkten Hautkontakt, gemeinsam benutzte Handtücher oder Bettlaken.

Die Frau erhielt gegen den Haarausfall Minoxidil; ihrem Ehemann legten die Ärzte nahe, das Testosterongel an einer weniger exponierten Stelle aufzutragen (Uro-News 2012/1: 9).

In anderen Fallberichten hatte die Testosteroncreme des Partners bei den Frauen Symptome wie Hirsutismus, Clitoromegalie oder eine deutliche Gewichtszunahme bewirkt.

Ein Mädchen war durch den Testosteronschub vorzeitig in die Pubertät gekommen.

Quelle: www.springermedizin.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »