Ärzte Zeitung, 20.09.2004

Niedrige Hormondosis für die Wechseljahre

Neues Kombinationspräparat ermöglicht kontinuierliche Therapie über den gesamten Zyklus

HAMBURG (awa). Eine Hormonersatztherapie für Frauen in den Wechseljahren sollte so niedrig wie möglich dosiert sein. Dieser Forderung entspricht ein neues, niedrigdosiertes Kombinationspräparat zur täglichen Anwendung, das über den gesamten Zyklus 28 Tage lang eingenommen wird.

Eine Tablette des neuen Medikaments Angeliq® enthält ein Milligramm Östradiol und zwei Milligramm des Gestagens Drospirenon. Zugelassen ist das Mittel, wie bereits gemeldet, für die Behandlung von Frauen, die klimakterische Symptome haben und deren Menopause mehr als ein Jahr zurückliegt. Zudem ist es indiziert zur Prävention einer Osteoporose bei Frauen in der Postmenopause mit hohem Frakturrisiko, wenn andere zu diesem Zweck angewendete Medikamente nicht vertragen werden oder kontraindiziert sind. Seit 1. September 2004 steht das Medikament in Deutschland zur Verfügung.

Eine Kombination mit einem Gestagen sei bei Frauen mit intaktem Uterus wegen des Endometriumschutzes notwendig, sagte Professor Alfred Mueck aus Tübingen auf dem 55. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe in Hamburg. Wie er auf der Einführungsveranstaltung des Unternehmens Schering berichtet hat, ist auch für das neue Präparat in einer Dosisfindungsstudie mit 520 Frauen nach der Menopause der Endometriumschutz nachgewiesen worden.

Die Frauen erhielten 24 Monate lang täglich Östradiol und 1, 2, oder 3 Milligramm Drospirenon. Bei 494 Frauen wurden vor und nach der Therapie Biopsien entnommen. Es konnte keine Hyperplasie festgestellt werden. Mehr als 85 Prozent der Frauen hatten ein atrophisches Endometrium. In den Dosisfindungsstudien trat Mueck zufolge nach vier bis fünf Monaten eine anhaltende Amenorrhoe auf. Hitzewallungen seien in der Verumgruppe signifikant gemildert worden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »