Ärzte Zeitung, 25.01.2008

Desvenlafaxin lindert Symptome nach Menopause

NEU-ISENBURG (ikr). Hitzewallungen bei Frauen im Klimakterium lassen sich mit dem Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Desvenlafaxin deutlich lindern. Das belegen aktuellen Studiendaten.

In zwei randomisierten Doppelblind-Studien erhielten über 1000 Frauen in der Postmenopause aufgrund von vasomotorischen Symptomen wie Hitzewallungen und Nachtschweiß entweder Desvenlafaxin oder Placebo. Ergebnis: Im Vergleich zu Placebo reduzierte Desvenlafaxin in den Dosierungen 100 mg und 150 mg pro Tag Anzahl und Schwere der täglichen Hitzewallungen signifikant um etwa 60 Prozent. Das hat das Unternehmen Wyeth mitgeteilt. Der Therapieerfolg habe sich im Mittel bereits nach einer Woche eingestellt.

Häufigste unerwünschte Wirkung des Medikamentes war nach Angaben des Unternehmens Übelkeit. Diese sei aber meist nur schwach bis mäßig ausgeprägt gewesen und nur vorübergehend aufgetreten. Weitere unerwünschte Wirkungen waren Mundtrockenheit und Kopfschmerzen.

Der Östrogenmangel nach der Menopause führt zu einem relativen Mangel der Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin. Diese seien wichtig für die Thermoregulation, so das Unternehmen. Desvenlafaxin wirke der gestörten Thermoregulation entgegen. Die EU-Zulassung des Mittels bei vasomotorischen Symptomen im Klimakterium ist bereits beantragt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »