Ärzte Zeitung online, 30.10.2009

Studie: Hormontherapie kann für einige Frauen vorteilhaft sein

NEW YORK (dpa). Eine Hormontherapie für Frauen in und nach den Wechseljahren kann einer neuen Analyse zufolge unter Umständen das Leben verlängern. Allerdings beschränkt sich dieser Vorteil der Behandlung mit Geschlechtshormonen wie Östrogen auf jüngere Frauen nach der Menopause.

Ein Team um Dr. Shelley R. Salpeter vom Santa Clara Valley Medical Center in Kalifornien hatte den Effekt der Hormontherapie bei rund 16 000 Frauen im Durchschnittsalter von 55 Jahren analysiert.

Die Therapie gegen Symptome des Klimakteriums wird seit 2002 aufgrund von Ergebnissen der Women's Health Initiative (WHI) kontrovers diskutiert. Die neue Analyse, der die Daten von hochgerechnet 83 000 Patientenjahren der 16 000 Frauen zugrunde liegen, kam zu dem Ergebnis, dass die Vorteile der Hormonbehandlung bei Frauen "in jüngeren Jahren", also um 55 Jahre, überwiegen und mögliche Nachteile ausgleichen. Das Sterberisiko in dieser Altersgruppe sank demnach um mehr als ein Viertel, verglichen mit unbehandelten Frauen (American Journal of Medicine 11, 2009, 1016).

Nach den Daten reduziert die Therapie die Gefahr von Herzproblemen, Knochenbrüchen und Darmkrebs, erhöht aber das Risiko für Brustkrebs, Lungenembolie und Schlaganfälle. Insgesamt scheine die Hormongabe das Sterberisiko jüngerer Frauen nach den Wechseljahren zu senken, so die Autoren. Die meisten Ärzte empfehlen Frauen, das individuelle Für und Wider der Hormontherapie mit ihrem Arzt zu besprechen.

Abstract der Studie "Bayesian Meta-analysis of Hormone Therapy and Mortality in Younger Postmenopausal Women"

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