Ärzte Zeitung, 23.01.2008

Erhöhtes TSH schadet Diabetiker-Nieren

Subklinische Hypothyreose ist Nephropathie-Risikofaktor / Argument für Thyroxin

NEU-ISENBURG (gwa). Wer bei Typ-2-Diabetikern schon bei subklinischer Hypothyreose Thyroxin substituiert, kann den Nieren dieser Patienten etwas Gutes tun. Das zumindest legen Daten einer aktuellen Studie nahe.

Auch wenn immer noch umstritten ist, ob generell bei subklinischer Hypothyreose (TSH über 4 mU / L, Hormonwerte normal) Thyroxin substituiert werden sollte - für betroffene Diabetiker empfehlen Spezialisten eine solche Substitution. Denn bereits subklinische Funktionsstörungen beeinflussen die Glukosekontrolle.

Nun gibt es ein weiteres Argument für eine Substitution. Denn nach Daten einer Studie aus Taiwan mit 588 Typ-2-Diabetikern ist eine subklinische Hypothyreose ein unabhängiger Risikofaktor für Nierenschäden (Diabet Med 24, 2007, 13369).

Eine subklinische Hypothyreose hatten in der Studie 41 Patienten; 29 von ihnen (70 Prozent) zusätzlich eine Nephropathie. Bei den euthyreoten Patienten waren nur 47 Prozent betroffen (223 von 515 Patienten). Nach 44 Monaten hatten 10 Prozent der euthyreoten Diabetiker kardiovaskuläre Ereignisse, dagegen 24 Prozent der Diabetiker mit erhöhtem TSH (51 versus 10 Patienten). Auch die Gesamtsterberate nach knapp vier Jahren war signifikant erhöht. Ursache dafür könnten die Nierenschäden sein, mutmaßen die Kollegen um Dr. Hong-Da Lin.

Auch wenn es keine Interventionsstudie war: "Typ-2-Diabetiker mit subklinischer Hypothyreose könnten von einer Substitution profitieren", so die Kollegen.

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