Ärzte Zeitung, 21.04.2008

Palpation der Schilddrüse bundesweit für alle Patienten

Vom 21. bis 25. April gibt es Aktionen zur Früherkennung in Praxen / Auch Apotheken machen mit

Bereits zum dritten Mal dreht sich wieder eine Woche lang bundesweit viel um die Schilddrüse. In tausenden Praxen werden erneut Schilddrüsen-Palpationen angeboten, um Knoten oder Strumen möglichst im Frühstadium zu finden. Neu in diesem Jahr: kostenlose Infos und Broschüren zum Thema Schilddrüse zum Download für Ärzte. Auch Apotheken beteiligen sich in diesem Jahr verstärkt an der Aufklärungs-Aktion. Die "Ärzte Zeitung" ist wieder Medienpartner.

 palpation der schilddrüse bundesweit für alle patienten

Ganz im Zeichen des Schmetterlings steht die Woche vom 21. bis 25. April. In dieser Zeit wird bundesweit wieder auf die Schilddrüse aufmerksam gemacht: durch Aktionen in Publikumsmedien, in Apotheken - und besonders in Praxen. Kollegen bieten wieder die Schilddrüsen-Palpation als einfache Untersuchung an. Ein Ziel der Aktionen in der Schilddrüsenwoche ist es, Schilddrüsenveränderung ohne größeren Aufwand möglichst früh zu erkennen.

Frage nach Familienanamnese gehört in diesem Jahr dazu

Die Schilddrüsenpalpation ist nicht nur einfach, sondern auch effizient, wie man spätestens aus Erhebungen der Schilddrüsenwoche 2006 weiß: Bei bis zu 85 Prozent der Patienten stimmten Palpations- und Ultraschallbefunde überein. Beginnende Schilddrüsenveränderungen sowie Knoten ab etwa 1 cm Durchmesser können - zumindest bei schlanken Menschen - meist ertastet werden.

Bei der Schilddrüsenwoche 2008 wird zusätzlich gezielt auch danach gefragt, ob eine Schilddrüsenkrankheit oder Veränderung wie Struma in der Familie vorgekommen ist. So können Kollegen auf Patienten, die ein erhöhtes Risiko für Veränderungen haben, ein besonderes Augenmerk richten.

Das Risiko für Schilddrüsenveränderungen wie Knoten ist auch altersabhängig. Bei den 18- bis 30-Jährigen sind etwa 14 Prozent betroffen. Ab einem Alter von 46 sind es schon fast 50 Prozent. Als Faustregel gilt: Pro 10 Lebensjahre erhöht sich die Knoteninzidenz um 10 Prozent.

Obwohl aber Schilddrüsenveränderungen häufig sind und Experten von einer Volkskrankheit sprechen - immerhin hat jeder dritte Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren eine veränderte Schilddrüse - wissen viele Menschen nichts davon, selbst Betroffene. Vor allem auch deshalb, weil Patienten im Frühstadium und oft auch bei sichtbaren Strumen und Knoten häufig keine Beschwerden haben.

Deshalb werden in diesem Jahr noch stärker als bei den vorherigen Schilddrüsenwochen so viele Menschen wie möglich angesprochen. Dazu tragen nicht nur etwa 5000 Schwerpunktpraxen bei, die mit Girlanden, Fensterbildern, Blumensteckern oder Tüchern mit dem Schmetterlingslogo auf die Aktionswoche aufmerksam machen. Alle Kollegen können die Palpation ihren Patienten anbieten.

Apotheken beteiligen sich ebenfalls an Aktionen

Auch etwa 1000 Apotheken machen mit Postern und Flyern gezielt auf die Schilddrüse aufmerksam. So sollen alle Kunden für Schilddrüsenveränderungen sensibilisiert werden und ihr Bewusstsein besonders auch für Strumen soll geschärft werden. Diejenigen mit Veränderungen sollen motiviert werden, sich vom Arzt untersuchen zu lassen.

Einfache Selbsttests und Risikobestimmungen sind dabei nützliche Instrumente. Interessierte können etwa mithilfe eines Spiegels ihren eigenen Hals beobachten und sehen, ob beim Schlucken eine vergrößerte Schilddrüse sichtbar wird. Außerdem gibt es einfache Fragebögen, mit denen nach möglichen Symptomen von Schilddrüsenkrankheiten wie Verdauungsstörungen, Haut-, Haar- und Nagelveränderungen und Gewichts- oder Schlafproblemen gefragt wird. (gwa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »