Ärzte Zeitung, 29.09.2008

Morbus Basedow geht in der Schwangerschaft zurück

Eine thyreostatische Therapie bei schwangeren Frauen mit Morbus Basedow wirkt auch auf das Ungeborene. Die Behandlung muss deshalb genau kontrolliert werden.

Von Helga Brettschneider

Die Schilddrüse - bei Schwangeren ein Fokus.

Foto: Kaulitzki© www.fotolia.de

Schwangerschaft und Hyperthyreose vertragen sich nicht, sagt Professor Klaus-Dieter Palitzsch vom Klinikum Neuperlach in München. Tatsächlich sind Komplikationen möglich. Sie reichen von vorzeitigen Wehen über Präeklampsie der Frau bis hin zur Totgeburt. Spontane Aborte sind häufig.

Eine thyreostatische Behandlung der werdenden Mutter ist durchaus angezeigt. Die Medikamente sind jedoch Plazenta-gängig, sie erreichen also auch den Nachwuchs. Allerdings brauchen nicht alle Frauen eine Dauertherapie. Denn die Aktivität der Erkrankung ändert sich während der Schwangerschaft. Sie ist zwar im ersten Trimenon hoch, lässt aber im zweiten Trimenon nach. Und im letzten Drittel ist sie niedrig und nimmt dann noch weiter ab.

Der Grund liegt unter anderem in der Dämpfung des Immunsystems während der Schwangerschaft. "Das entwickelt sich so positiv, dass Sie bei jeder dritten Frau im zweiten Trimenon auf die Therapie verzichten können", betonte Palitzsch bei einem Symposium von Merck Pharma in München. Allerdings komme es ungefähr drei bis sechs Monate post partum meist wieder zu einem Anstieg der Krankheitsaktivität, warnte Palitzsch.

Ziel der Therapie: Die werdende Mutter soll sich wohl fühlen

Laborkontrollen erfolgen anfangs alle 14 Tage und dann im Monatsabstand. Zu vermeiden ist eine Übertherapie - sie kann unter Umständen schon bei einer Euthyreose bestehen und beim Fetus eine Hypothyreose und Struma in Gang setzen. Angestrebt wird Symptomfreiheit der Mutter. Eine subklinische Überfunktion sollte akzeptiert werden, wenn die Schwangere sich wohl fühlt, wie der Endokrinologe sagte.

Thyreostatikum der Wahl ist in der Schwangerschaft der Wirkstoff PropylThiouracil. Palitzsch plädiert für eine Monotherapie ohne Zusatz von Thyroxin. Seine Begründung: Mit dieser Medikation lässt sich die erforderliche Dosis möglichst niedrig halten.

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