Ärzte Zeitung, 23.09.2004

Urologenkongreß eröffnet - Neues zu Prostata und Co.

WIESBADEN (ner). In Wiesbaden ist gestern der Jahreskongreß der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) eröffnet worden. Für den Kongreß gewonnen werden sollen nun auch europäische Kollegen, und zwar mit englischsprachigen Veranstaltungen.

CME-zertifizierte Seminare sollen die Attraktivität des Kongresses erhöhen. Insgesamt werden nach Angaben des DGU-Präsidenten 6000 Teilnehmer erwartet. Thematische Höhepunkte sind etwa Diskussionen zur Früherkennung und Therapie bei Prostatakarzinom, die Behandlung bei Harninkontinenz oder neue Entwicklungen beim Tissue Engineering. So könne man etwa bei der Erzeugung von Nierenersatz "von Haifischen lernen", sagte Privatdozentin Margit Fisch aus Hamburg.

Die Tiere sind in der Lage, teilweise entfernte Nieren wieder nachwachsen zu lassen, weil ihre pluripotente Stammzellen ein Leben lang für eine sogenannte neonephrogene Zone sorgen. Außerdem gebe es ermutigende Resultate eine klinischen Studie aus Österreich zur autologen Zelltransplantation bei Harninkontinenz.

Zur Diskussion um ein generelles PSA-Screening zur Früherkennung des Prostata-Ca kündigte Professor Manfred Wirth aus Dresden eine gemeinsame Leitlinie aller maßgeblichen Fach- und Berufsgruppen an, um Klarheit zu schaffen. Diese werde in etwa einem Jahr fertig sein. Wirth und seine Kollegen ließen aber keinen Zweifel daran, daß die DGU ein solches Screening in der Gesamtbevölkerung für sinnvoll hält. Die Urologen warnten zugleich vor dubiosen Prostata-Therapien, die von sogenannten Vitaminshops im Internet angeboten werden.

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