Ärzte Zeitung, 09.11.2004

Testosteron mit Langzeitwirkung

Testosteron-Undecanoat ermöglicht einfache und gut verträgliche Hormontherapie

WEIMAR (grue). Für Männer mit Hypogonadismus gibt es nun ein neues Testosteron-Präparat. Es muß nach initialer Therapie nur noch alle zwölf Wochen injiziert werden. Damit bleibt der Testosteronspiegel dauerhaft im Normbereich.

Bisher mußten injizierte Testosteron-Präparate etwa alle drei Wochen verwendet werden, um konstante Hormonspiegel zu erhalten. Mit Nebido® können die Abstände verlängert werden, hat Privatdozent Dr. Friedrich Jockenhövel aus Herne berichtet. Eine Ampulle mit 4 ml Injektionslösung enthält 1000 mg Testosteron-Undecanoat. Nach intramuskulärer Injektion wird im Blut Testosteron abgespalten.

Die ersten zwei Spritzen werden im Abstand von sechs Wochen gegeben, danach beträgt das Intervall etwa zwölf Wochen, so Jockenhövel. "Die Testosteronspiegel liegen dann dauernd im physiologischen Bereich", sagte der Urologe bei der Veranstaltung von Jenapharm in Weimar. "Die Hormontherapie ist einfach und gut verträglich".

In einer Studie bei 40 Männern mit Hypogonadismus normalisierten sich auch die Gonadotropin-Konzentrationen. Die Knochendichte stieg in einem Jahr um sechs Prozent. Zudem wurde die Blutbildung angeregt, ohne daß Hämoglobin- und Hämatokritwerte den Normbereich überstiegen. "Bei anderen Testosteron-Estern sind mitunter Therapiepausen nötig, weil der Hämatokritwert zu hoch ist", so Jockenhövel.

PSA-Werte und Prostatavolumen steigen während der Therapie nicht übermäßig, sollten aber wie bei jeder Testosteron-Substitution jährlich kontrolliert werden. Auch ältere Männer sind erfolgreich und ohne auffällig erhöhte PSA-Werte mit Testosteron-Undecanoat zu therapieren, hat eine Zweijahres-Studie ergeben.

Allerdings sollten sie zunächst ein kurz wirkendes Präparat erhalten, das bei Bedarf rasch abgesetzt werden kann, so Jockenhövel. Bewährt habe sich, täglich ein Testosteron-Hautgel (etwa Testogel®) aufzutragen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »