Ärzte Zeitung, 05.09.2005

Bei dickem Bauch besteht oft ein Testosteron-Mangel

Viszerales Fettgewebe ist eine Hormonfabrik / Bei abnehmwilligen Männern in der zweiten Lebenshälfte sollte Testosteron-Spiegel beachtet werden

FÜRTH (ner). Zwischen metabolischem Syndrom und erniedrigten Testosteron-Spiegeln bei Männern besteht ein enger Zusammenhang. Darauf hat der Münchner Endokrinologe Professor Armin E. Heufelder aufmerksam gemacht. Bei Versuchen zur Gewichtsreduktion, gerade bei älteren Männern, sollte die hormonelle Situation beachtet werden.

Der dicke Bauch bei Männern ist nicht nur ein sicheres Zeichen dafür, daß ein metabolisches Syndrom besteht, er ist auch so etwas wie eine außer Kontrolle geratene Hormonfabrik.

Mit zunehmendem Übergewicht entstehe eine hormonelle Konstellation, die Versuchen, überflüssiges Fettgewebe abzubauen, entgegenwirke, so Heufelder bei einem Presseworkshop des Unternehmens Jenapharm in Fürth. Dies sei ein Hauptgrund dafür, warum die Erfolge, dauerhaft und effektiv Gewicht zu reduzieren, so selten sind.

Hormone, die den Fettabbau fördern und den Muskelaufbau erleichtern, fehlen bei Übergewicht zunehmend. Die hungerhemmende Wirkung des Hormons Leptin läßt nach. Adiponectin werde vermehrt gebildet, was entzündliche Gefäßprozesse und die Insulinresistenz fördere, sagte Heufelder.

Zugleich werden bei adipösen Männern im Hypothalamus Regelmechanismen verstellt, so daß die Testosteron-Spiegel sinken. Folge sind chronische Müdigkeit und Antriebslosigkeit, was die körperliche Aktivierung erschwert.

Heufelder zitierte eine Studie mit mehr als 1500 Männern. Dort hatte sich gezeigt, daß die Testosteron-Spiegel um so niedriger waren, je größer der Bauchumfang war.

Zudem gebe es einen klaren Zusammenhang zwischen Diabetes mellitus und dem Testosteron-Spiegel: durchschnittlich ein Drittel der männlichen Diabetiker weisen erniedrigte Testosteron-Spiegel auf. Weiterhin gehen niedrige Testosteron-Spiegel mit einem erhöhten Risiko einher, eine kardiovaskuläre Erkrankung zu bekommen.

Der Ausgleich des Testosteron-Mangels verringert nach Angaben des Endokrinologen die Dyslipidämie und reduziert die Insulinresistenz.

Zumindest in der Initialphase einer bewußten Lebensstiländerung könne die Testosteronzufuhr, etwa mit Testogel® oder der Depot-Spritze Nebido®, bei Patienten mit metabolischem Ungleichgewicht und Androgenmangel zur Verbesserung der Stoffwechsellage beitragen. Dadurch werde auch der Entwicklung eines Typ-2-Diabetes entgegengewirkt.

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