Ärzte Zeitung, 11.06.2007

Hypogonadismus-Therapie mit wenig Testosteron-Gel

Einfluss auf kardiovaskuläre Risikofaktoren wird geprüft

NEU-ISENBURG (eb). Für Männer mit Hypogonadismus gibt es ab Mitte Juni ein neues Testosteron-Präparat. Tostran® enthält zweiprozentiges Testosteron-Gel in einem Dosierspender. Damit lässt es sich genau dosieren, und die Patienten benötigen weniger davon als bei bisherigen Gel-Präparaten.

Wegen der höheren Wirkstoffkonzentration in dem neuen Präparat brauchen Männer mit Testosteronmangel nur eine Tagesdosis von 2 bis 4 Gramm Gel. Die entspricht vier bis acht Pump-Hüben. Jeder Hub enthält 0,5 Gramm Gel mit jeweils 10 mg Testosteron. Zum Vergleich: Mit den üblichen einprozentigen Testosteron-Gelen aus Beuteln und Tuben sind täglich 5 bis 10 Gramm Gel nötig, teilt das Unternehmen ProStrakan mit. Das neue Gel wird auf dem Bauch oder der Innenseite der Oberschenkel verteilt.

Die Wirksamkeit des Gels wurde in einer offenen Phase-III-Studie getestet. Dabei erhielten 201 Männer mit Hypogonadismus zu Beginn täglich 3 Gramm des Testosteron-Gels. Die Dosis konnte nach 14 Tagen um ein Gramm erhöht oder gesenkt werden. Primäre Endpunkte waren 24-Stunden-Testosteronwerte von 11 bis 40 nmol/l sowie eine Testosteron-Serumkonzentration von mindestens 10,4 nmol/l. Nach 42 bis 56 Studientagen hatten diese Ziele 92 Prozent der Männer erreicht, nach 182 Tagen waren es 95 Prozent.

In einer weiteren Untersuchung wird geprüft, ob sich durch eine Testosteron-Substitution mit dem Präparat auch kardiovaskuläre Risikofaktoren reduzieren lassen. An der Studie TIMES2* nehmen 221 Männer mit Hypogonadismus teil, die zusätzlich ein Metabolisches Syndrom oder einen Typ-2-Diabetes haben. Sie werden zwei Jahre lang mit Placebo-Gel oder dem Testosteron-Gel behandelt. Von Interesse ist etwa, wie die Therapie die Insulinresistenz und das Lipidprofil beeinflusst.

Im Blickpunkt stehen auch Auswirkungen auf die erektile Funktion. Eine Analyse von Daten der ersten 71 teilnehmenden Patienten hat ergeben: 70 Prozent der Männer mit Typ-2-Diabetes und 88 Prozent mit Metabolischem Syndrom haben eine erektile Dysfunktion. Zudem gaben 81 Prozent der Männer mit Metabolischem Syndrom und 56 Prozent der Männer mit Diabetes an, unter Fatigue zu leiden.

*TIMES2: Testosterone replacement in hypogonadal men with either metabolic syndrom or type 2 diabetes.

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