Ärzte Zeitung, 23.03.2004

Einmal tägliche Therapie gegen HIV fördert die Einnahmetreue

Umstellung auf Efavirenz-haltige Kombination in Studie untersucht / Therapietreue ist besser / Virusvermehrung wird stärker unterdrückt

WARSCHAU (awa). Wird die zweimal tägliche HIV-Kombi-Therapie mit einem Proteasehemmer auf eine einmal tägliche Kombitherapie mit Efavirenz umgestellt, nehmen mehr Patienten regelmäßig ihre Tabletten. Zudem liegt die Viruskonzentration dann häufiger unter 50 HIV-RNA Kopien pro Milliliter Blut.

Das ist das Fazit der multizentrischen, offenen Switch-Studie ALIZE-ARNS 99 mit 355 HIV-Patienten. Für den Erfolg der antiretroviralen Behandlung ist Therapietreue nötig. Sie sei am besten gewährleistet, wenn wenig Tabletten einmal am Tag eingenommen werden müßten, sagte Professor Franco Maggiolo aus Brescia in Italien bei einer Veranstaltung von Bristol-Myers Squibb in Warschau.

So unterdrückte in einer Langzeitstudie der nichtnukleosidische Revers-Transktriptase-Hemmer Efavirenz (Sustiva®) kombiniert mit den nukleosidalen Revers-Transkriptasehemmern (NRTI) Emtricitabin und Didanosin einmal täglich schon seit drei Jahren die Viruslast bei erstmals behandelten HIV-Patienten erfolgreich.

Vor Beginn der Studie war die Virusvermehrung mit einer Protease-Hemmer-Kombination gut unterdrückt. Sie betrug bei allen Patienten weniger als 400 RNA-Kopien. Die Patienten waren im Median bereits 35 Monate mit einem Protease-Hemmer und noch nie mit einem nichtnukleosidischen Revers-Transkriptase-Hemmer behandelt.

In der Studie nahmen die Patienten dann entweder weiter ihre Proteasehemmer-haltige Kombination zweimal täglich ein oder die Therapie wurde auf einmal täglich Efavirenz, Emtricitabin und Didanosin umgestellt. Von den mit Efavirenz Behandelten hatten 95 Prozent nach 48 Wochen unter 50 RNA-Kopien im Blut. Und 87 Prozent derer, die weiter den Proteasehemmer erhielten, ein signifikanter Unterschied, so Maggiolo.

Die Therapietreue war bei einmal täglicher Therapie besser: 74 Prozent nahmen dabei alle Tabletten ein. Bei der zweimal täglichen Therapie waren es 64 Prozent.

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