Ärzte Zeitung, 16.02.2004

Kombination bessert Prognose bei Koinfekt mit HIV und HCV

Bei 40 Prozent der Patienten wird HCV eliminiert

NEU-ISENBURG (eis). Patienten, die sowohl mit HIV als auch mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) infiziert sind, können wirksam mit der Kombination aus pegyliertem Interferon-alfa-2a und Ribavirin behandelt werden. Das hat jetzt eine Studie mit 868 Patienten ergeben.

Die Studie heißt APRICOT, das Akronym steht für "Aids Pegasys Ribavirin International Co-Infection Trial". Je etwa ein Drittel der Teilnehmer aus 19 Ländern weltweit wurde über 48 Wochen entweder mit pegyliertem Interferon-alfa-2a (Pegasys®) plus Ribavirin (Copegus®), mit pegyliertem Interferon-alfa-2a allein oder mit Standardinterferon plus Ribavirin behandelt. Sechs Monate nach Therapie war bei 40 Prozent der Patienten mit der Peginterferon-Kombitherapie kein HCV mehr nachweisbar - und damit weitaus mehr als in bisherigen Studien, wie die Mount Sinai School of Medicine in New York City berichtet. Professor Douglas Dieterich von der Hochschule hatte die Ergebnisse bei einer Konferenz in San Francisco vorgestellt. Im Vergleich zu der Kombination wurden 20 Prozent mit der Monotherapie und 12 Prozent mit Standardinterferon virusfrei.

Die Ergebnisse sind bedeutsam, weil weltweit fast 30 Prozent aller HIV-Infizierten zugleich auch mit HCV sind. In Deutschland wird von 6000 Patienten mit beiden Infektionen ausgegangen. Hepatitis C verläuft bei HIV-Koinfektion besonders progressiv zur Zirrhose und zum hepatozellulären Karzinom.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »