Ärzte Zeitung, 12.05.2004

Neue HIV-Impfstoffe bei Menschen im Test

Ein Impfstoff setzt an einem Protein an, das HIV repliziert

ROM / MAILAND (mp). Europäische und afrikanische Forscher sind mit ihren Impfstoffen gegen das HI-Virus weitergekommen. Bei 88 Freiwilligen wollen die Wissenschaftler in einer ersten Erprobungsphase belegen, daß der Impfstoff für Menschen nicht toxisch ist. Das Projekt wird von Dr. Barbara Ensoli von der Aids-Abteilung des obersten Gesundheitsinstituts Italiens (Instituto Superiore della Sanità) geleitet.

Wie Ensoli der Zeitschrift "Affari & Finanza" sagte, würden jetzt an 32 gesunden und 56 infizierten Probanden Impfstoffe getestet, darunter einer auf der Basis des Proteins Tat. Dieses Eiweißmolekül fördert die Vermehrung von HIV-1 nach dessen Eintritt in die Zelle.

Bei dem Protein seien bislang keine toxische Wirkung bekannt. Es führe zu einer vollständigen immunologischen Abwehr, was die Vermehrung des Virus verhindere, sagte Ensoli. Nach einem Jahr sollen Ergebnisse vorliegen.

Die bislang erprobten Impfstoffe bauten auf Struktur-Proteine auf, die die äußere Hülle des Virus bilden. Der Tat-Impfstoff sei nicht infektiös und führte bei Nagetieren und Affen zu ermutigenden Ergebnissen.

Kürzlich beschloß der US-Kongreß, mit zehn Millionen Dollar das italienische Projekt zu fördern, an dem Forscher des Karolinska-Instituts sowie der Universitäten Ferrara in Italien und Witwatersrand in Johannesburg in Südafrika beteiligt sind.

Weltweit gibt es über 40 Millionen HIV-Infizierte, 25 Millionen davon in Afrika. Im vergangenen Jahr gab es fünf Millionen neue HIV-Infektionen und drei Millionen Aids-Tote.

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