AIDS/HIV

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Modul: HIV-Infektion – Test und Behandlung

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Ärzte Zeitung, 15.12.2004

Neue Hoffnung gegen HIV mit therapeutischen Vakzinen

Therapeutische Impfstoffe stimulieren humorale und zelluläre Immunantwort / Ziel ist, Virusmenge bei Infizierten niedrig zu halten

MÜNCHEN (bkr). Eine neue Behandlungsoption für HIV-Infizierte könnte die therapeutische Impfung mit gentechnisch hergestellten HIV-Vakzinen bieten. Klinisch erprobt werden diese HIV-Vakzinen bei HIV-Infizierten, bei denen die hochaktive antiretrovirale Therapie gezielt unterbrochen und die Viren durch die ausgelöste Immunantwort in Schach gehalten werden.

Außer den Erfolgen der medikamentösen HIV-Therapie nehmen sich die Fortschritte in der Entwicklung von HIV-Impfstoffen eher bescheiden aus. HIV entzieht sich vielen klassischen Impfstrategien, so daß das Ziel einer präventiven Impfung vorerst zugunsten der Entwicklung von therapeutischen Vakzinen verlassen worden ist, wie Professor Ralf Wagner aus Regensburg bei den 10. Münchner Aids-Tagen gesagt hat.

      Vektor mit HIV-Regulatorgen Nef wird jetzt in Phase II getestet.
   

Therapeutische Impfstoffe gegen HIV stimulieren gezielt die gegen das Virus gerichtete humorale und zelluläre Immunantwort. Vor allem gegen mehrere HIV-Strukturen gerichtete zytotoxische, CD8-positive T-Zellen werden induziert. Eine solche Immunantwort reicht zwar nicht aus, eine Infektion zu verhindern, kann aber intermittierend oder sogar dauerhaft bei HIV-infizierten Patienten verwendet werden. Ziel ist dabei, die Virusmenge niedrig zu halten.

Die in der HIV-Therapie verwendeten Impfstoffe sind gentechnisch hergestellt. Dazu werden Viren oder Bakterien verwendet, deren DNA entfernt wurde. Die leere Hülle (Vektor) wird dann mit einem HIV-Gen oder mit mehreren HIV-Genen bestückt. Im Organismus werden die Gene abgelesen, die entsprechende HIV-Struktur- oder Regulator-Eiweiße synthetisieren und dadurch die spezifische Immunantwort auslösen.

Als sehr gut verträglicher Vektor habe sich ein gentechnisch weiter veränderter Virusklon des Modifizierten Vaccinia Ankara-Virus (MVA-BN®) erwiesen, sagte Dr. Paul Chaplin von dem Unternehmen Bavarian Nordic aus München. Dieser Klon ist auch bei immunsupprimierten Patienten sicher.

Erste Phase-I-Studien mit dem Vektor plus dem Gen für das HIV-Regulatorprotein Nef mit Gesunden und HIV-Infizierten ergaben eine erwünschte immunologische Reaktion und eine hohe Sicherheit, wie Professor Thomas Harrer aus Erlangen berichtete. Eine Phase-II-Studie sei begonnen worden. Weitere therapeutische Impfstoffe, bei denen der MVA-Vektor mit mehreren HIV-Genen bestückt ist, befinden sich in der Entwicklung. Wann der erste therapeutische HIV-Impfstoff auf den Markt kommt, weiß noch niemand.

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