Ärzte Zeitung, 02.02.2005

Trivalenter HIV-Impfstoff bei 1500 Menschen getestet

Studie in 18 Städten rund um den Globus

SEATTLE (ple). Eine große Impfstoffstudie mit einer trivalenten Vakzine gegen den Aids-Erreger HIV-1 ist jetzt in mehreren Staaten gestartet worden. Etwa 1500 Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko sollen daran teilnehmen.

Geprüft wird in der Phase-2-Studie der Impfstoff MRKAd5-HIV-1, der die Gene von drei Antigenen des Aids-Erregers HIV-1 enthält, nämlich "gag", "pol" und "nef". Mit diesem Impfstoff, der ein abgeschwächtes Adenovirus (Ad5), ein Erkältungsvirus, als Genfähre enthält, soll - nicht wie mit bisherigen Impfstoffen die Antikörperbildung - primär die zelluläre Immunabwehr aktiviert werden.

Aktivierte zytotoxische T-Lymphozyten sollen HIV-infizierte Zellen erkennen und abtöten. Erste Studien mit dem Impfstoff haben bereits ergeben, daß sich eine gute, anhaltende Immunantwort aufbauen läßt. Jetzt wird geprüft, ob damit eine Infektion verhindert werden kann oder die Viren in Schach gehalten werden können.

Hergestellt wurde der Impfstoff von Forschern des US-Unternehmens Merck & Co. (in Deutschland: MSD) in Whitehouse Station. Die Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit dem HIV Vaccine Trials Network in Seattle mit Probanden in 18 Städten in Nord- und Südamerika, in der Karibik und in Australien.

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