Ärzte Zeitung, 05.04.2005

Fixkombination vereinfacht HIV-Therapie

Einmal tägliche Behandlung ist gut verträglich

BERLIN (gvg). Die seit Februar in Deutschland für die Behandlung von Menschen mit HIV-1-Infektion zugelassene Fixkombination aus Tenofovir (TDF) und Emtricitabin (FTC) ist ein weiterer Schritt in der Vereinfachung der antiretroviralen Therapie. Besonders die gute Verträglichkeit wird hervorgehoben.

Die Kombinationstablette aus 300 Milligramm TDF und 200 Milligramm FTC (Truvada®) wird einmal täglich eingenommen und kann mit nicht-nukleosidischen Reverse Transkriptase-Hemmstoffen und Protease-Hemmern kombiniert werden. Auf einem von dem Unternehmen Gilead Sciences unterstützten HIV-Symposium in Berlin wurde die aktuelle Zwischenauswertung der auf 96 Wochen angelegten, offenen klinischen Studie GS-934 präsentiert.

In dieser Studie wurde die Wirksamkeit einer antiretroviralen Behandlung mit TDF/FTC mit einer Behandlung mit Zidovudin (AZT) plus Lamivudin (3TC) verglichen. Dritter Partner der Kombinationstherapie war in beiden Studien-Armen der nicht-nukleosidische Reverse Transkriptase-Hemmstoff Efavirenz (EFV).

Nach 48 Wochen wurde bei der antiviralen Wirksamkeit ein Vorteil zugunsten der Kombination TDF/FTC festgestellt, wie Dr. Knud Schewe aus Hamburg betonte. Schewe arbeitet in einer HIV-Schwerpunktpraxis. Bei 77 Prozent der Patienten habe die Virusmenge in der TDF/FTC-Gruppe unter die Nachweisgrenze von 50 HIV-RNA-Kopien pro Milliliter Serum gedrückt werden können. Im Kontrollarm war das bei 69 Prozent der Fall.

Deutliche Unterschiede gab es bei der Verträglichkeit. Wegen unerwünschter Wirkungen - etwa Anämien und Übelkeit - brachen im AZT/3TC-Arm neun Prozent der Behandelten die Therapie ab. In der TDF/FTC-Gruppe waren es nur vier Prozent.

Für Dr. Andre Cheng, Medizinischer Direktor bei dem Unternehmen, ist die TDF/FTC-Kombination nur ein weiterer Schritt in Richtung einer Dreierkombination für die einmal tägliche Gabe. Damit wäre eine antiretrovirale Behandlung mit nur einer Tablette pro Tag möglich. Eine Vereinbarung für die Entwicklung einer solchen Tablette sei im Dezember 2004 mit dem Unternehmen Bristol Myers Squibb getroffen worden. Die Tablette soll außer TDF und FTC auch Efavirenz enthalten.

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