Ärzte Zeitung, 09.05.2005

Passive Impfung kann Aids-Erreger in Schach halten

ZÜRICH (ple). Mit Hilfe spezifischer monoklonaler Antikörper ist es offenbar tatsächlich möglich, bei HIV-Infizierten das Virus zumindest für kurze Zeit in Schach zu halten. Vor allem akut infizierte Patienten, weniger die chronisch Infizierten, profitierten in einer ersten Studie in der Schweiz von der passiven Immunisierung mit drei verschiedenen Immunglobulinen. Sie wurden geimpft, nachdem die antiretrovirale Therapie unterbrochen worden war.

Wie es heute in der Online-Ausgabe von "Nature Medicine" heißt, wurde die Virusmenge im Blut deutlich länger klein gehalten als bei nicht geimpften Infizierten. Bei einem Patienten gelang dies sogar über den gesamten Beobachtungszeitraum von 24 Wochen. 14 Wochen nach Studienbeginn hatte der Patient noch elf HIV-RNA-Kopien pro Milliliter Blut, danach war das Virus nicht mehr nachweisbar.

Nach Angaben der Wissenschaftler belegt die Studie, daß sich die Virusvermehrung durch passive Immunisierung unterdrücken läßt. Ein künftiger Impfstoff müßte aber möglicherweise höher dosiert werden und mehr Virusvarianten neutralisieren.

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