AIDS/HIV

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Modul: HIV-Infektion – Test und Behandlung

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Ärzte Zeitung, 08.06.2005

Verstärktes Interesse an Monotherapien

Erste Studien mit verstärktem Protease-Hemmer Lopinavir / Erfolgreiche Virus-Suppression

WIEN (awa). Eine einfache, hochaktive antiretrovirale Therapie mit nur einem HIV-Medikament ist das derzeitige Ziel der klinischen Forschung. Deshalb wird jetzt eine solche Therapie mit dem geboosterten Protease-Hemmer (PI) Lopinavir in Studien geprüft.

Die Monotherapie mit diesem PI bot sich an, da Lopinavir/r (Lopinavir plus niedrig dosiertes Ritonavir) eine hohe antivirale Aktivität hat, die auch im Liquor nachgewiesen werden kann, und da die Resistenzbarriere besonders hoch ist. Darauf hat Dr. Dirk Schürmann von der Charité Berlin auf dem deutsch-österreichischen Aids-Kongreß in Wien hingewiesen.

    Bisher traten noch keine Resistenz-
mutationen auf.
   

Die Vorteile einer PI-Monotherapie: Sie ist einfach, vermeidet unerwünschte Wirkungen wie die mitochondriale Toxizität der nukleosidischen Reverse Transkriptase-Hemmer (NRTI) sowie Hepatotoxizität und psychotropen Wirkungen der nicht-nukleosidischen Reverse Transkriptase-Hemmer (NNRTI).

Allerdings müsse auch eine Monotherapie dauerhaft virologisch und immunologisch wirken und das Risiko von Resistenzmutationen gering sein, so Schürmann auf einer Veranstaltung von Abbott. Der mit Ritonavir geboosterte PI Lopinavir/r (Kaletra®) biete für eine Monotherapie dafür die besten Voraussetzungen, denn trotz Virusvermehrung traten bisher noch keine Resistenzmutationen gegen Lopinavir/r auf, weder in Phase-I/II-Monotherapie-Studien, noch nach sechs Jahren Therapie mit Lopinavir/r in Kombination mit zwei NRTI oder in den Monotherapie-Pilotstudien.

Bisher hielt die erfolgreiche Virus-Suppression mit einer Lopinavir/r -Monotherapie in Pilotstudien 48 Wochen lang an. So in der einarmigen IMANI-1-Studie, an der noch 20 von 30 zu Studienbeginn noch nicht behandelte Patienten teilnehmen und alle weniger als 400 HIV-RNA Kopien pro Milliliter Blut haben. 90 Prozent der Patienten erreichten sogar die Nachweisgrenze von 50 HIV-RNA-Kopien. Die CD4-Zellzahl stieg im Mittel um 317 Zellen pro Mikroliter.

In der "Only Kaletra"-(OK)-Studie wird zudem die Wirksamkeit von Lopinavir/r als Monotherapie mit der von Lopinavir/r plus zwei NRTI bei bereits behandelten Patienten verglichen.

In der Zwischenauswertung nach 24 Wochen hatten mit der Monotherapie 81 Prozent der Patienten weniger als 50 HIV-RNA-Kopien pro Milliliter Blut und mit der Dreierkombination 100 Prozent.

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