Ärzte Zeitung, 20.09.2005

Trotz Resistenzen kann HIV-Arznei wirksam bleiben

KÖLN (awa). Je nach dem, wie viele und welche Resistenzen bei HIV-Infizierten bereits bestehen, können trotz resistenter Viren bestimmte Medikamente noch einmal verwendet werden.

Können sich HI-Viren in Gegenwart von antiretroviralen Medikamenten vermehren, entwickeln sich gegen diese Medikamente resistente Viren, Therapieoptionen gehen verloren. Wie Professor Schlomo Staszewski aus Frankfurt am Main in Köln berichtete, verringern bestimmte Resistenzen die virale Fitness.

Zudem steigerten sie die Empfindlichkeit des Virus auf manche anderen antiretroviralen Arzneien, so Staszewski beim 15. Workshop der Deutschen Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter.

Bei Patienten mit Viren, die bereits gegen drei Medikamenten-Klassen resistent sind, müsse die Therapie je nach Resistenzsituation optimiert werden; möglichst seien zwei neue Medikamente hinzuzufügen.

Möglich sei dies bereits in Studien, denn zur Zeit werden sowohl Medikamente aus bekannten Wirkstoffgruppen, die trotz resistenter Viren wirken, und Medikamente mit völlig neuen Wirkansätzen - etwa Korezeptor-Antagonisten, Integrase-Hemmer und Hemmer der Virusreifung - erforscht.

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