AIDS/HIV

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Modul: HIV-Infektion – Test und Behandlung

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Ärzte Zeitung, 30.11.2005

HIV-Therapie - drei Tabletten pro Tag reichen aus

Vorteil mit Vierfach-Kombi

DÜSSELDORF (awa). Die Kombination aus den vier nukleosidischen Hemmern der Reversen Transkriptase (NRTI) Abacavir/3TC/AZT plus Tenofovir ist eine wirksame Option bei mäßig vorbehandelten HIV-Patienten.

Die Therapie mit Abacavir/3TC/AZT (Trizivir®) plus Tenofovir hat für Dr. Martin Stürmer, Virologe an der Universitätsklinik Frankfurt am Main, mehrere Vorteile. Diese Kombination besteht aus nur drei Tabletten pro Tag: je eine Tablette Abacavir/3TC/AZT für morgens und abends sowie eine Tablette Tenofovir. Die Substanzen dieser Kombination sind in der Kurzzeit-Monotherapie sehr wirksam. Und die Vierer-Kombination zeichnet sich durch einen antagonistischen Selektionsdruck aus.

Das bedeutet: Viren mit der 3TC-assoziierten Mutation M184V reagieren empfindlicher auf AZT und Tenofovir. Und: Die Mutation K65R, die vor allem unter Tenofovir bevorzugt entsteht und eine NRTI-Kreuzresistenz zur Folge hat, kann sich unter der Kombination AZT und Tenofovir kaum entwickeln. Dies gilt auch für die unter AZT selektionierten Thymidinanaloga-Mutationen (TAMs), da sich K65R-Mutation und TAMs gegenseitig schwächen.

Bei zuvor nicht behandelten Patienten hat Abacavir/3TC/AZT plus Tenofovir in einer Studie die Virusmenge im Blut genauso wirksam gesenkt wie die Standardtherapie aus 3TC/AZT (Combivir®) und dem nicht-nukleosidischen Hemmer (NNRTI) Efavirenz, wie Stürmer auf einer Veranstaltung des Unternehmens GlaxoSmithKline in Düsseldorf berichtete.

Das Anwendungsgebiet von Abacavir/3TC/AZT plus Tenofovir sieht Stürmer aber vor allem bei Patienten mit virologischem Versagen unter einer PI- oder NNRTI-basierten Erst-Therapie. Das habe auch eine offene, prospektive Studie mit 51 dieser zuvor mäßig behandelten Patienten bestätigt: Kein Patient hatte Viren mit mehr als zwei TAMs oder einer K65R-Mutation, und bei mehr als 80 Prozent konnte die Mutation M184V nachgewiesen werden.

Innerhalb von 48 Wochen hatten 59 Prozent der behandelten Patienten in der Intent-To-Treat-Analyse - jeder Abbruch gilt hier als Versagen - und 77 Prozent in der As-Treated-Analyse (nur die Daten der Patienten, die beim Auswertungszeitpunkt noch die Studienmedikation einnehmen, werden ausgewertet) eine Virusmenge unter 50 HIV-RNA-Kopien pro Milliliter Blut.

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