Ärzte Zeitung, 20.01.2006

KOMMENTAR

Keine leichtfertige Therapiepause!

Von Peter Leiner

Sollen HIV-Infizierte es wagen, bei gutem Immunstatus eine antiretrovirale Therapie zu unterbrechen, etwa um Langzeitnebenwirkungen zu verhindern?

In mehreren Studien wird seit langem nach einer Antwort darauf gesucht. Es gibt bereits erste Hinweise darauf, Therapiepausen besser zu unterlassen. Deshalb sprechen sich auch die Deutsche und die Österreichische Aids-Gesellschaft gegen strukturierte Therapiepausen aus.

Nun liefern die Zwischenergebnisse der internationalen Studie SMART ein weiteres Argument gegen Therapiepausen. Das Risiko, rascher als unter einer kontinuierlichen Therapie die Immunschwäche Aids zu bekommen, ist eindeutig größer.

Es gibt viele Gründe, warum Patienten Therapiepausen machen wollen. Das kann die schlechte Verträglichkeit der Therapie sein, das kann aber eben auch die Strategie sein, Langzeitnebenwirkungen zu verhindern.

Letztlich muß individuell entschieden werden, ob solche Pausen sinnvoll sind, und wenn ja, welche Kriterien jeweils dafür sprechen. Auf jeden Fall sollten die Studienergebnisse für HIV-Infizierte Anlaß genug sein, nicht leichtfertig und ohne Wissen des Arztes Medikamente abzusetzen.

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