Ärzte Zeitung, 29.06.2007

KOMMENTAR

Bessere Prävention durch gezielte Infos

Von Peter Leiner

Eine klare Botschaft, die sich aus den Ergebnissen der Berliner KABaSTI-Studie auch ablesen lässt, ist, bei den Bemühungen um die Verhütung von Infektionen mit HIV oder den Erregern anderer sexuell übertragbarer Erkrankungen viel stärker als bisher die Kampagnen auf die besonders Gefährdeten zuzuschneiden. Das sind vor allen anderen Männer, die Sex mit Männern haben, hauptsächlich Homosexuelle. Etwa 60 Prozent aller HIV-Infektionen in Deutschland kommen bei Männern vor, die Sex mit Männern haben, und 75 Prozent aller Syphilis-Erkrankungen.

Diese Männer müssen vor allem darüber informiert werden, welche Sexualpraktiken besonders gefährlich sind, weil sie eine Infektion mit dem Aids-Erreger begünstigen. Das Robert-Koch-Institut geht zum Beispiel davon aus, dass bisher wahrscheinlich unterschätzt wurde, dass Männer, die nicht beschnitten sind, beim insertiven Analverkehr ein besonders hohes Risiko haben, sich zu infizieren. Auch ist das Risiko bei Männern, die bereits eine Geschlechtskrankheit haben, sich mit HIV zu infizieren, deutlich erhöht. Ihnen hilft vielleicht sogar eine Therapie gegen HIV, weil sie möglicherweise auch vor anderen Geschlechtskrankheiten schützt.

Es reicht nicht aus, mit Anzeigen wie jenen, auf denen Kondom-geschützte Gurken abgebildet werden, für den Gebrauch des Verhütungsmittels zu werben. Es müssen gezielt jene informiert werden, die besonders gefährdet sind.

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Schutz vor Genitalinfektionen - das könnte HIV-Therapie bewirken

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