Ärzte Zeitung, 02.10.2007

Auch Gene beeinflussen Verträglichkeit der Therapie

Untersuchungen zu Efavirenz und Nevirapin bei HIV

BONN (awa). Die Medikamente Efavirenz und Nevirapin gegen HIV sind wichtige Bestandteile einer Erst-Therapie. Unter Efavirenz treten als akute moderate unerwünschte Wirkung ZNS-Störungen und unter Nevirapin Leberwerterhöhungen auf, die mit hohen Plasmakonzentrationen korrelieren. Ursache dafür scheint ein genetischer Polymorphismus des CYP2B6-Enzyms zu sein.

Auf den Zusammenhang mit dem CYP450-System hat Dr. David H. Haas von der Vanderbilt Universität in Nashville in Tennessee hingewiesen. HIV-Therapien, die den nicht-nukleosidischen Reverse Transkriptase-Hemmer (NNRTI) Efavirenz enthalten, seien meist lang anhaltend virologisch und immunologisch wirksam, betonte Haas bei einer Tagung unter anderem des Bundesgesundheitsministeriums in Bonn. Jedoch verursache Efavirenz ZNSStörungen wie Schwindel, Benommenheit und Albträume. Diese verschwinden bei den meisten Patienten mit der Zeit, bei einigen Patienten jedoch können sie persistieren.

Efavirenz und der zweite Vertreter der NNRTI, Nevirapin, werden vor allem über das Enzym CYP2B6 in der Leber verstoffwechselt. Mehrere Studien ergaben eine Korrelation zwischen Polymorphismen des CYP2B6-Gens, hohen Plasmakonzentrationen von Efavirenz und vermehrten ZNS-Störungen. Zwei Polymorphismen konnten bei afrikanischen Patienten vermehrt nachgewiesen werden. Sie waren assoziiert mit höheren Plasmakonzentrationen von Efavirenz und dementsprechend mehr ZNS-Störungen, berichtete Haas.

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