Ärzte Zeitung online, 13.11.2008

Erste Aids-Tests nach Schlamperei in HNO-Praxis ohne Befund

SIGMARINGEN (dpa). Nach den Schlampereien in einer HNO-Praxis im baden-württembergischen Bad Saulgau haben die Bluttests bei 150 der insgesamt 1800 betroffenen Patienten keine Besonderheiten ergeben.

Zwar seien bei vier Personen Antikörper auf die relativ harmlosen Hepatitis-B-Viren festgestellt worden. Es gebe aber keine Hinweise, dass die Patienten in der HNO-Praxis infiziert worden seien, teilte das Landratsamt Sigmaringen am Mittwoch mit.

In Deutschland hätten sieben Prozent aller Menschen durch eine frühere Infektion Antikörper gegen das Hepatitis-B-Virus. Die vier Fälle in Bad Saulgau seien also statistisch nicht auffällig, teilte das Landratsamt mit.

In der Praxis für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde sollen unter anderem Einmalspritzen mehrfach verwendet sowie Infusionsbesteck und Mundstücke nicht ausreichend desinfiziert worden sein. 1800 Patienten waren daher aufgerufen worden, sich auf eine Infektion mit Aidsviren und Hepatitis testen zu lassen (wie berichtet). Rund zwei Drittel hätten sich daraufhin gemeldet. Dem Landratsamt liegen aber nur die Ergebnisse der 150 Patienten vor, die für den Bluttest nicht zu ihrem Hausarzt, sondern zum Gesundheitsamt gegangen sind.

Die Fachärztin darf in ihrer Praxis seit dem 11. August nur noch Privatpatienten behandeln. Für ein Berufsverbot waren dem Regierungspräsidium Stuttgart die Beweise gegen die Frau bislang aber nicht stichhaltig genug (wie berichtet). Vom nächsten Mittwoch an muss sich die Ärztin vor dem Landgericht Ravensburg für die Vorfälle verantworten.

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