Ärzte Zeitung online, 24.11.2008

Robert Koch-Institut: HIV-Infektionen verharren auf hohem Niveau

BERLIN (dpa). In Deutschland leben nach einer Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) derzeit rund 63 500 Menschen mit dem Aidserreger HIV im Blut. Etwa 3000 von ihnen haben sich in diesem Jahr neu mit dem Virus angesteckt - etwa genauso viele wie im Vorjahr, berichtete das RKI in Berlin zum Weltaidstag 2008 am 1. Dezember.

"Die weiterhin hohe Zahl zeigt, dass Prävention und Forschung unverändert wichtig sind", betonte RKI-Präsident Professor Jörg Hacker.

Ob es sich nach dem Anstieg der Infektionszahlen zwischen 2000 und 2006 nun um eine dauerhafte Stabilisierung handele, sei offen. Bei rund 1100 Menschen haben sich die Viren 2008 so stark vermehrt, dass die Patienten an Aids erkrankten. Etwa 650 HIV-Infizierte starben in diesem Zeitraum.

Homosexuelle Männer stellen mit 38 700 Betroffenen weiterhin die größte Gruppe der HIV-Infizierten in Deutschland. Etwa 8 700 Menschen haben sich durch heterosexuelle Kontakte angesteckt, 8 200 durch verschmutztes Drogenbesteck. Rund 7 300 Infizierte stammen aus Ländern mit hohem Aidsaufkommen, wo sie sich meist auch infizierten.

"Prävention wirkt", sagte dazu Dirk Sander von der Deutschen Aids-Hilfe (DAH). "Aber da, wo sie besonders nötig ist, reicht ein "Weiter so" nicht aus." So laste die Arbeit in den Hhomosexuellen-Szenen auf zu wenigen Schultern und brauche viel mehr personelle und finanzielle Unterstützung.

Carsten Schatz vom DAH-Vorstand unterstrich: "Die Aidshilfen werden auch weiterhin in die Schulen gehen und jeden beraten, der zu ihnen kommt. Aber wir wollen und müssen stärker dort präsent sein, wo es wirklich brennt." Als Beispiele für dieses zielgruppengerichtete Engagement nannte er die an homosexuelle Männer gewandte DAH-Kampagne "Ich weiss was ich tu" mit einer klaren Sprache und den passenden Bildern, die Vergabe von sterilen Spritzen in Haft und die kontrollierte Heroin-Abgabe an Schwerstabhängige.

www.rki.de

www.aidshilfe.de

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