Ärzte Zeitung online, 27.11.2008

Aids-Stiftung: Im Kampf gegen Aids nicht nachlassen

BONN (dpa). Die Deutsche Aids-Stiftung hat zum Weltaidstag (1. Dezember) gemahnt, im Kampf gegen HIV und Aids nicht nachzulassen. In Deutschland lebten so viele HIV-Infizierte wie nie zuvor, und der Betreuungsbedarf bei den Betroffenen steige.

"Das Älterwerden von Menschen mit HIV und Aids stellt uns vor neue Herausforderungen, was Betreuung und Pflege angeht", sagte der Geschäftsführende Vorstand der Aids-Stiftung, Ulrich Heide, am Donnerstag in Bonn. Da die bestehenden Wohnformen wie reguläre Altersheime für HIV-positive Menschen nicht geeignet seien, müsse es zunehmend neue Angebote wie betreutes Wohnen geben.

Die Stiftung fördert nach eigenen Angaben bereits zahlreiche solcher Wohnprojekte. Betreutes Wohnen schaffe einen geschützten Raum, in dem ohne Angst vor Ablehnung Kontakt aufgenommen werden kann. Betroffenen werde die Möglichkeit geboten, sich sozial wieder zu integrieren. Ihnen werde auch bei der Bewältigung von Begleiterkrankungen wie Depressionen, neurologischen Störungen sowie Leber- und Nierenerkrankungen geholfen. Durch psychosoziale Beratung würden Bewohner bei der Gestaltung des Tagesablaufs unterstützt.

Die Aids-Stiftung verwies auf aktuelle Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI), wonach in Deutschland rund 63 500 HIV-Infizierte leben. Das sei ein Rekordstand. Etwa 3 000 Menschen hätten sich in diesem Jahr neu infiziert. Bessere Therapien ermöglichten zwar ein längeres Leben, die dauerhafte Einnahme der Medikamente führe jedoch zunehmend zu Nebenwirkungen, die die Gesundheit belasteten, sagte der Vorstandsvorsitzende der Aids-Stiftung, Christoph Uleer. Außerdem gerieten Menschen, die nicht mehr arbeiten können, häufig in finanzielle Not.

www.aids-stiftung.de

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