Ärzte Zeitung online, 04.03.2009

Zahl der HIV-Infektionen bei 50-Jährigen unerwartet hoch

GENF (ple). Weltweit ist offenbar die Prävalenz und Inzidenz der HIV-Infektion bei Menschen, die älter als 50 Jahre sind, unerwartet hoch.

Weltweit waren Ende 2008 etwa 34 Millionen Menschen mit dem Aids-Erreger HIV infiziert. Epidemiologen und Aids-Forscher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf haben anhand der Daten der Organisation UNAIDS jetzt berechnet, dass der Anteil der HIV-Infizierten über 50 etwa 25 bis 33 Prozent jener in der Altersgruppe 15 bis 49 Jahre ausmacht - für die Wissenschaftler eine Überraschung. Vorgestellt haben sie die Daten jetzt im aktuellen "Bulletin of the World Health Organization" (Bull WHO 87, 2009, 162).

Wie die Wissenschaftler um Dr. George P. Schmid aus Genf berichten, ist zum Beispiel der Anteil der HIV-Infizierten, die älter als 50 Jahre sind, in den USA zwischen 2003 und 2006 von 20 auf 25 Prozent gestiegen. Der entsprechende Anteil liegt in Europa derzeit bei acht Prozent. Eine Erklärung für den hohen Anteil der über 50-Jährigen in den Industrienationen ist die erfolgreiche antiretrovirale Therapie. Die Situation in den Entwicklungsländern könne das aber nicht erklären, so die WHO-Forscher.

Schmid und seine Kollegen betonen, dass die HIV-Prävalenz und -Inzidenz weltweit noch zu wenig erforscht sei. Sie plädieren dafür, stärker als bisher nach den Risikofaktoren zu fanden, damit sich Menschen dieser Altersgruppe besser schützen können.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Therapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »