Ärzte Zeitung online, 09.06.2009

Erste Erfolge im Kampf gegen HIV in Südafrika

JOHANNESBURG(dpa). Die Häufigkeit von HIV bei Kindern und Jugendlichen hat in Südafrika deutlich abgenommen. Das belegen neue Zahlen, die am Dienstag in der Hafenstadt Durban vorgelegt wurden. Sie sind Teil einer Studie im Auftrag mehrerer medizinischer Institutionen, für die 23 369 Menschen untersucht und befragt wurden.

Demnach waren 2008 etwa 2,5 Prozent aller Kinder in Südafrika von 2 bis 14 Jahren mit dem Aids-Erreger infiziert. Im Jahr 2002 waren es 5,6 Prozent gewesen. Die Zahlen lassen hoffen, dass in Südafrika eine Trendwende im Kampf gegen HIV bevorsteht. "Die sinkende Zahl HIV-infizierter Kinder verdanken wir wahrscheinlich der besseren Behandlung HIV-positiver schwangerer Frauen", sagt Shawn Jooste, der an der Studie beteiligt war.

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Es verwenden viel mehr Jugendliche Kondome als noch vor sechs Jahren. 2002 gaben 57,8 Prozent der Männer im Alter zwischen 15 und 24 Jahren an, Kondome zu nutzen. 2008 waren es 87 Prozent. Bei weiblichen Jugendlichen stieg die Zahl im selben Zeitraum von 46 auf 73 Prozent. Jooste führt den Anstieg vor allem auf gezielte Werbekampagnen zurück.

Gesundheitsminister Aaron Motsoaledi nannte die Ergebnisse "ein Licht am Ende des Tunnels". Er glaube, dass Südafrika mehr tun könne, als es bisher getan habe. "Zu viel Zeit ist darauf verschwendet worden, sich gegenseitig zu bekämpfen, anstatt das Virus", sagte Motsoaledi, der erst im vergangenen Monat zum Gesundheitsminister ernannt wurde.

Nicht alle Zahlen des Berichtes machen allerdings Mut. So stieg zum Beispiel in der Provinz Kwa-Zulu-Natal im Osten des Landes die Zahl der Infizierten im Alter zwischen 15 und 49 Jahren um 10,1 Prozent. Die Gesamtzahl der Infizierten in Südafrika hat sich außerdem kaum geändert. Sie steht bei etwa 10,6 Prozent der Bevölkerung. Das entspricht 5,2 Millionen Menschen.

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