Ärzte Zeitung online, 01.07.2009

Sex ohne Kondom: HIV-Infizierter vor Gericht

WÜRZBURG (dpa). Weil ein HIV-Infizierter ohne Kondom mit zwei Frauen und einer 13-Jährigen Sex hatte, muss er sich Mitte des Monats (14. Juli) vor Gericht verantworten. Das sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Würzburg, Erik Ohlenschlager, am Mittwoch. Der 41 Jahre alte Afrikaner sitzt bereits wegen ähnlicher Vergehen seit Januar 2007 eine Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren ab.

Nun ist gegen den Mann wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung erneut Anklage erhoben worden. Zudem muss sich der Kenianer wegen des schweren sexuellen Missbrauchs und der Vergewaltigung einer 13 Jahre alten Schülerin verantworten. Die Opfer haben sich Ohlenschlager zufolge nicht mit dem Erreger der Immunschwächekrankheit angesteckt. Für den Prozess sind drei Verhandlungstage angesetzt.

Der Angeklagte weiß nach den Worten des Sprechers seit 1999, dass er das HI-Virus in sich trägt. Die Stadt Würzburg hätte ihm per Bescheid mitgeteilt, dass er seinen Intimpartnern von der Infektion erzählen müsse. Daran hielt sich der Mann allerdings nicht und hatte ungeschützten Sex mit sieben Frauen. Zwei steckten sich mit dem Erreger an. Daher wurde dem 41-Jährigen vor zweieinhalb Jahren der Prozess gemacht.

Danach stießen die Ermittler auf zwei weitere Frauen und das Mädchen, die ebenfalls sexuellen Kontakt mit dem Discjockey gehabt haben sollen. Die Anklage vermutet, dass der Afrikaner den Frauen bewusst nichts von dem Virus erzählt hat und eine Ansteckung billigend in Kauf genommen hat.

Beim vorigen Prozess 2006/2007 ging der Staatsanwalt davon aus, dass der Mann seine Partnerinnen absichtlich anstecken wollte, um sich an deutschen Frauen zu rächen. Der Kenianer, der mehrere Kinder hat, hatte sich bei seiner deutschen Ex-Frau mit dem Virus infiziert.

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