Ärzte Zeitung online, 11.11.2009

Nobelpreisträgerin: Mehr Geld für Kampf gegen Aids

KÖLN (dpa). Die Medizinnobelpreisträgerin Françoise Barré-Sinoussi hat von den reichen Ländern mehr Geld für den weltweiten Kampf gegen Aids verlangt. "Die Industrieländer müssen mehr tun, sie müssen ihre finanziellen Anstrengungen nicht nur fortsetzen, sondern verstärken", sagte die Forscherin der "Frankfurter Rundschau" am Mittwoch zum Start der 12. Europäischen Aidskonferenz in Köln.

Das sei wegen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise umso wichtiger. Länder wie Uganda und Kamerun seien in einer dramatischen Lage, das Geld für Aids-Therapieprogramme gehe dort aus. Äußerungen von Papst Benedikt XVI. vom Frühjahr, Kondome seien keine Lösung für das Aids-Problem, nannte sie "fatal".

Die französische Medizinerin hatte 2008 zusammen mit ihrem Kollegen Luc Montagnier den Nobelpreis für die Entdeckung des Aids-Erregers HIV erhalten. Bei der viertägigen Kölner Konferenz mit 4000 Experten, die Barré-Sinoussi eröffnete, geht es auch um die Suche nach einem Impfstoff.

Jüngst veröffentlichte Ergebnisse einer rund dreijährigen Impfstudie von Forschern aus den USA und Thailand mit 16 000 Probanden nannte sie "ein erstes Signal, aber nicht mehr". Es werde noch sehr lange dauern, bis ein Impfstoff zur Verfügung stehe.

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