Ärzte Zeitung, 16.12.2010

Nach Transplantation HIV nicht mehr nachweisbar

BERLIN (ple). Mehr als dreieinhalb Jahre nach einer Stammzelltransplantation und dem Absetzen der antiretroviralen Therapie lässt sich bei einem HIV-Infizierten weiterhin das Virus nicht nachweisen (Blood online).

Der Patient hatte wegen einer Leukämie ein Stammzelltransplantat erhalten, bei dem den Zellen der Rezeptor für HIV fehlte. Wie Wissenschaftler um Dr. Kristina Allers von der Charité in Berlin berichten, ist weiterhin genetisches Material von HIV weder im Plasma noch in Blutmonozyten nachweisbar, auch nicht in der Darmmukosa. Aufgrund der Daten sei es vertretbar, von Heilung zu sprechen.

Es gebe zudem Anzeichen dafür, dass der Aids-Erreger auch nicht mehr im Gehirn vorhanden ist, zumindest keine Viruspartikel, die sich vermehren können. Darüber hinaus spreche die Abnahme der Titer von Antikörpern gegen das Virus dafür, das HIV durch die Transplantation weitgehend aus dem Körper eliminiert wurde.

Allers und ihre Kollegen geben allerdings zu bedenken, dass der Patient vor einer erneuten Infektion nicht gefeit ist, da seine T-Zellen einen Rezeptor tragen, den CXCR4-Rezeptoren, den bestimmte HI-Viren als Eintrittpforte in die Zellen nutzen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »