Ärzte Zeitung, 27.01.2011

Forscher entwickeln Gentherapie gegen den Aids-Erreger HIV

SHIGA (ple). Mit einer Gentherapie gelingt es, die Vermehrung von HIV in Lymphozyten zu verhindern.

Kern dieser von japanischen, koreanischen und US-amerikanischen Wissenschaftlern entwickelten Gentherapie ist das Einschleusen einer Genfähre, die den Bauplan für ein bestimmtes Enzym enthält (Human Gene Therapie 2011; 22: 35).

Die Synthese dieses speziellen Enzyms wird erst durch die Infektion der Zelle mit dem Aids-Erreger angestoßen.

Das Enzym zerstört alle Boten-RNA-Moleküle, die nach der Anleitung des HIV-Erbguts hergestellt werden und die für die Vermehrung des Aids-Erregers in den infizierten Zellen unerlässlich sind.

Die bisherigen Gentherapie-Versuche haben die Wissenschaftler mit CD4-positiven Lymphozyten gemacht, den Zielzellen von HIV.

Wie die Forscher jetzt berichten, hatte die Gentherapie keinen negativen Effekt auf die gentherapeutisch veränderten Zellen: Das Zellwachstum blieb unbeeinflusst, ein programmierter Zelltod wurde nicht eingeleitet.

Dagegen wurde nach Infektion einer gentherapeutisch veränderten Zellkultur mit HIV die Vermehrung des Virus drastisch reduziert und verhindert, dass mutierte Viren entstehen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBV drücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »