Ärzte Zeitung, 05.06.2011

Zahl der Neuinfektionen mit HIV fast gleich geblieben

Zahl der Neuinfektionen mit dem Aids-Erreger fast gleich geblieben

Die Zahl der gemeldeten neu diagnostizierten HIV-Infektionen in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr im Vergleich zum Jahr davor mit knapp 3000 kaum verändert. Unverändert hoch ist dabei mit fast 70 Prozent der Anteil der HIV-infizierten Männer, die Sex mit Männern haben.

Zahl der Neuinfektionen mit dem Aids-Erreger fast gleich geblieben

BERLIN (ple). Die aktuellen Daten zur Entwicklung bei HIV-Infektionen in Deutschland hat vor kurzem das Robert Koch-Institut in Berlin vorgelegt (Epid Bull 2011; 21: 1). Der Auswertung der Daten zufolge wurden im vergangenen Jahr 2918 neu diagnostizierte HIV-Infektionen gemeldet, im Jahr davor waren es mit 2885 etwas weniger.

Mit einem Anteil von 68 Prozent sind weiterhin homo- und bisexuelle Männer die größte Betroffenengruppe. Im Vergleich zum Jahr 2009 ist bei ihnen die Zahl der gemeldeten neu diagnostizierten HIV-Infektionen sogar leicht gestiegen, und zwar von 1646 auf 1684.

Wie das Institut mitteilt, standen für die Auswertung bei 85 Prozent der 2010 neu diagnostizierten HIV-Infektionen Angaben zum Infektionsweg zur Verfügung.

Erfreulicher ist die Entwicklung der HIV-Neuinfektionen bei Frauen. Zum einen nahm die Zahl der Neuinfektionen bei ihnen im Jahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr ab: Sie sank leicht von 465 auf 436.

Damit liegt der Anteil an HIV-Neuinfektionen mit nur 15 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit 1993, dem Jahr, in dem die differenzierte Erfassung der Daten begonnen wurde, wie das Institut mitteilt.

Den Deutsch-Österreichischen Leitlinien zufolge sollte eine antiretrovirale Therapie dann begonnen werden, wenn das Immunsystem noch weitgehend intakt ist, also bei einer T-Helferzell-Zahl von 350 pro Mikroliter Blut.

Das Berliner Institut macht darauf aufmerksam, dass in Deutschland allerdings ein erheblicher Anteil der HIV-Diagnosen zu einem Zeitpunkt erfolgt, zu dem die T-Helferzell-Zahl bereits darunter liegt.

Das ist bei etwa jedem Zweiten der Fall. Allerdings liegen nur bei etwa jedem dritten Patienten mit HIV-Neuinfektion Angaben zur T-Helferzell-Zahl zum Zeitpunkt der Diagnose vor.

Zwischen Januar 2008 und Dezember 2011 sind - gemeldet - knapp 1340 HIV-Infizierte in Deutschland an Aids erkrankt. Damit entwickelte sich seit Beginn der Pandemie bei mehr als 28.000 HIV-infizierten Patienten das Vollbild Aids. Für 2010 schätzt das Institut die Zahl der gemeldeten und (noch) nicht gemeldeten Aids-Erkrankungen auf 760.

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