AIDS/HIV

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Ärzte Zeitung online, 14.09.2011

Leuchtende Katzen für die Aids-Forschung

ROCHESTER (ple). US-Forscher haben durch die Schaffung genetisch veränderter Katzen einen wichtigen Beitrag für die Aids-Forschung geliefert. Mit diesen Tieren belegen die Forscher, dass es möglich ist, Genmaterial von Affen in Katzen zu schleusen, so dass alle Zellen verändert sind. Erkennbar ist das daran, dass die Katzen im UV-Licht grün leuchten.

Leuchtende Katzen für die Aids-Forschung

Werden die genetisch veränderten Katzen mit UV-Licht bestrahlt, leuchten sie grün.

© Mayo Clinic

Nicht nur Menschen, sondern auch Katzen können sich mit einem Virus infizieren, das eine Immunschwächekrankheit auslöst.

Was bei Menschen der Aids-Erreger HIV ist, das ist bei Katzen das Katzen-Aids-Virus FIV (feline immunodeficiency virus).

Forscher um Dr. Eric Poeschla vom Mayo Clinic College of Medicine in Rochester im US-Staat Minnesota ist es jetzt gelungen, transgene Katzen zu schaffen, die in sehr vielen Körperzellen ein bestimmtes Gen von Affen tragen und darüber hinaus darangekoppelt als Marker das Gen mit dem Bauplan für grünfluoreszierendes Protein (GFP): Werden Zellen, die dieses Protein in sich tragen, mit UV-Licht bestrahlt, leuchten sie grün.

Affen-Gen lässt sich in sehr vielen Zellen nachweisen

Tatsächlich ließen sich in den Versuchen der US-Forscher die fremden Gene im Gehirn, im Rückenmark, im Herzen, in der Haut, im Muskel, in Leber und Nieren, im Dünndarm, im Magen und im Fell nachweisen.

Bedeutsam für die Aids-Forschung ist, dass die Gene auch in Lymphknoten, Thymus und Milz nachweisbar war, also in Zellen der Immunabwehr (Nat Methods 2011; online 11. September).

Natürlichen Katzen fehlt dieses Gen

Die Forscher haben in ihren Versuchen das Gen TRIMCyp von Makaken in Eizellen oder befruchtete Eizellen kurz vor der Zellkernverschmelzung geschleust. Dieses Gen trägt den Bauplan für ein Eiweißmolekül, das die Entstehung von Aids-Viren blockiert, indem bereits das Eindringen der Viren verhindert wird (PNAS 2004; 101/36: 13324-13328).

Genetisch nicht veränderten Katzen fehlt dieses Gen. Mit ihren Versuchen ist es den Forschern um Poeschla gelungen, drei transgene Katzen zu schaffen, die das fremde Gen zudem an die nächste, durch normale Paarung entstandene Katzengeneration weiterzugeben.

Erforschung von neurologischen Erkrankungen

Ob das Einschleusen der fremden Gene dazu beiträgt, dass Zellen tatsächlich vor einer Infektion mit dem Katzen-Aids-Virus geschützt sind, kann jetzt mit diesen transgenen Tieren überprüft werden.

Außer für die Aids-Forschung könnten die Tiere dazu dienen, andere Krankheiten, etwa neurologische Erkrankungen, zu erforschen.

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