Ärzte Zeitung online, 29.10.2011

HIV-Infizierte scheuen Outing

HIV-Infizierte scheuen Outing

Tausende Menschen in Deutschland leben mit HIV und Aids. Doch trotz aller Kampagnen fürchten viele noch immer ein Outing. Sie haben Angst vor Diskriminierung. Dagegen soll nun ein Kinospot helfen.

BERLIN (dpa). Rund 70.000 Menschen mit HIV und Aids leben derzeit nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Deutschland. Etwa zwei Drittel der Infizierten gehen arbeiten, schätzen Experten.

Doch viele trauten sich auch heute noch nicht, sich zu outen, erklärte Carsten Schatz von der Deutschen Aids-Hilfe am Freitag in Berlin.

Anlass war der Start einer bundesweiten Kampagne zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember.

Zwölf HIV-positive Menschen, die offen mit der Infektion leben, berichten unter anderem in Kino und Fernsehen, wie Familie, Freunde und Arbeitskollegen auf ihre Krankheit reagieren.

Angst vor Diskriminierung

"Der Umgang mit Betroffenen ist in Deutschland auch heute längst nicht immer ‚normal‘", betonte die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Professor Elisabeth Pott.

Noch immer würden Betroffene aus Angst vor Diskriminierung im Alltag nicht über ihre Infektion oder Krankheit sprechen.

Auch Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) sprach sich gegen die Diskriminierung HIV-Infizierter und an Aids erkrankter Menschen aus. Dies sei eine wesentliche Voraussetzung für erfolgreiche Prävention, so Bahr.

Die Kampagne ist eine gemeinsame Aktion der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, der Deutschen Aids-Hilfe, der Deutschen Aids-Stiftung und des Bundesgesundheitsministeriums.

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